Impfstoff: Wann kam den Politikern das deutsche Organisationstalent abhanden?

Zur Berichterstattung über die Corona-Impfung (Politik-, Regional-, Lokalteil) und dem Kommentar zum Impfgipfel von Georg Anastasiadis (Seite2):

Was für ein Theater! Da entwickelt eine deutsche Firma mit Unterstützung der Regierung (Hunderte Millionen Euro) in kurzer Zeit einen offensichtlich wirksamen Impfstoff – und die Bürger schauen in die Röhre! Fassungslos müssen sie mit ansehen, dass der heimische Impfstoff in andere Länder verfrachtet wird, die schneller bei der Bestellung waren.

Nachweislich ist dies die Schuld von Merkel („Kein Impfnationalismus!“), obwohl sie mit Hilfe der Medien Jens Spahn vorschiebt. Man redet ihr Versagen wie üblich klein. In ihrem EU-Wahn überlässt sie die Beschaffung Ursula von der Leyen, welche schon mit der Versorgung der Bundeswehr heillos überfordert war. Bravo! Wieder kommt die Kanzlerin ungeschoren davon, ihre Beliebtheitswerte bleiben dennoch hoch.

Wann kam den Politikern und den Behörden das berühmte deutsche Organisationstalent abhanden? Natürlich liegt vieles an der mangelnden Digitalisierung, die in der Corona-Krise offen zu Tage trat. Und das im Land der Techniker und Ingenieure! Unlängst las ich einen interessanten Vorschlag eines Online-Lesers, der nur verzweifelt-sarkastisch gemeint sein konnte: Überlasst An- und Verkauf der Impfstoffe Amazon, dann sind unsere Bürger in wenigen Wochen durchgeimpft. Das hat was!

Anni Geuge

Waldkraiburg

Unsere große politische „Zukunftshoffnung“ Jens Spahn spannt uns auf die Folter. Zwei Monate vor der Impfung drängte er, möglichst viele sofort zu impfen. Er ließ von den Bundesländern hektisch mit viel Aufwand die Impfzentren aus dem Boden stampfen. Diese stehen seit acht Wochen leer – und es geht noch Monate weiter so. Er lobt deutsche Forscher-Kompetenz, obwohl er als Bankkaufmann und Lobbyist keine blasse Ahnung davon hat. Er hat sich auch nicht bemüht, etwas zu verstehen, sonst hätte er die Lage nicht so katastrophal falsch eingeschätzt. Deutschland hatte 2020 die EU-Präsidentschaft inne, dadurch war Spahn EU-Verhandlungsführer mit Herstellern.

Er als „künftiger Kanzler“ (hoffentlich nicht!) wollte zeigen, wie er die Firmen gegeneinander mit Hinauszögerungs-Taktik ausspielen und die Preise drücken kann. Israel, Großbritannien und USA haben drei Monate früher bestellt und jetzt mehr Impfstoff als Deutschland. Das ist Fakt und Grund für die jetzige Katastrophe. Spahn verhandelte, als ob er Regenschirme einkauft. Söder wäre das nicht passiert. Spahn hat zwei Milliarden Euro gespart und in Wirtschaft und Staat 500 Milliarden Euro vernichtet. Von den menschlichen „Schäden“ gar nicht zu sprechen.

Übrigens: Der Biontech-Impfstoff ist am wirksamsten und besitzt wahrscheinlich die geringeren langfristigen Nebenwirkungen, weil hauptsächlich eine natürlichere Art von RNA-Stabilisierung (-70°C) angewendet wird. Die anderen arbeiten nämlich mit wesentlich größerem Nanolipid-Cocktail. Den Ärzten und Schwestern und auch allen solchen Politikern, die aufopferungsvoll Tag und Nacht um das Leben der Menschen kämpfen: nicht endenden Dank!

Martin Cretnik

Prien

Dass Herr Anastasiadis kein Anhänger von Frau Merkel ist, springt einem von jedem seiner Kommentare ins Auge. Dass sie „ihren Amtseid, Schaden vom deutschen Volke abzuwenden, an der Brüsseler EU-Garderobe abgegeben hat“, sprengt den Rahmen der Kritik und erfordert eine Entschuldigung.

Corinna Millahn

Brannenburg

Es war voraussehbar, das Versagen der EU bei der Impfstoffbeschaffung: Wie sollte jemand, der unfähig war, ein Verteidigungsministerium zu führen, der Europäischen Union den richtigen Weg weisen? Leider ist dieses EU-Versagen verbunden mit dem Verlust von vielen, vielen Menschenleben. Ein Autoritäts- und Vertrauensverlust in die Fähigkeit der EU, größere Probleme zu lösen ist die dramatische logische Folgerung und vermehrt den Schaden immens.

Mit einem Rücktritt hätte Frau von der Leyen Verantwortung gezeigt, besonders im Hinblick auf die nicht gerade demokratische Weise, mit der sie ins Amt gekommen ist. Jetzt reicht es nicht mehr, mit ausgeprägter Selbstdarstellung zu blenden.

Dr. Alfons Knapp

Aschau

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