Impfstoff: Regierung und EU haben versagt

Die Impfzentren stehen landauf, landab bereit. Allein es fehlen noch die Vakzine, um im größeren Umfang mit der Impfung beginnen zu können.
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Die Impfzentren stehen landauf, landab bereit. Allein es fehlen noch die Vakzine, um im größeren Umfang mit der Impfung beginnen zu können.

Zur Berichterstattung über den Corona-Impfstoff und seine Beschaffung (Politikteil):

Ganz erschrocken bin ich über die Überschrift: „Frühere Impfung bei Fettsucht“. Haben Sie es nötig, unsere Mitbürger mit Übergewicht so negativ in den Mittelpunkt zu stellen? Die „Ständige Impfkommission“ hat eine Liste von Menschen mit Vorerkrankungen veröffentlicht, die in einer Impfgruppe bevorzugt werden sollen, nicht nur die mit Adipositas. Warum? Die Bewohner von Alten- und Pflegeheimen, die Bürger über 80, zu denen auch ich gehöre, sowie Menschen mit starken Vorerkrankungen belasten die Krankenhäuser besonders, weil sie mit Corona die Intensivstationen blockieren. Nur deshalb werden sie bei Impfen bevorzugt. Professor Christoph Lüdke, Mitglied des Ethikrates meint, diese Leute müssen sowieso eher sterben. Richtig! Sterben lassen? Aber welcher Arzt will es zulassen, dass der Corona-Patient zu Hause, im Pflegeheim oder im Krankenhaus tagelang nach Luft ringt, nicht beatmet werden kann? Auch in meiner Patientenverfügung steht von Corona noch kein Wort. Was schlägt der sogenannte Ethikrat vor, damit die Corona-Patienten friedlich sterben können? Man sollte vielleicht vorher Palliativ-Mediziner konsultieren. Oder sind die Maßnahmen der Politiker nicht ganz so falsch und wir müssen geduldig auf einen Impftermin warten?

Peter Oskar Rieder

Halfing

Der Unmut und die Ver ärgerung in der Bevölkerung über die vermurkste zentrale Vakzine-Beschaffung durch EU-Bürokratie sind deutlich angewachsen. Und was dabei zu befürchten war, ist dann auch eingetreten. Mit ihrer – wie früher schon als Bundesverteidigungsministerin geübten – Schönfärberei hat die Kommissionspräsidentin von der Leyen sogar in Deutsch in ihrer TV-Rede den Beweis geliefert, dass ihre Kritiker und Zweifler mit deren Bedenken absolut recht hatten. Die Kommissionspräsidentin konnte offenbar auch Kraft ihres Amtes nicht verhindern – oder sie erkannte es einfach nicht rechtzeitig – dass die EU-Bürokratie es offenbar in dilettantischer Weise versäumt hat, als gleichwertige Verhandlungspartner gegenüber den Vakzine-Lieferanten eine frühzeitige, zuverlässige Belieferung der Impfstoffe auch nach Deutschland zu fixieren. Erst jetzt werden, veranlasst durch öffentlichen Druck, von der EU-Kommission scheibchenweise Fehler eingestanden, wenngleich unsere Kanzlerin offenbar auch in diesem Fall ihrer Freundin von der Leyen den Rücken freihält. Auch sie versichert in Interviews stur, es sei hierbei alles richtig gelaufen. Diese Zumutung für unsere Bevölkerung, dies glauben zu sollen oder zu müssen, ist sehr schwer zu ertragen.

Gerd HöglingerRosenheim

Schuld sind die anderen: Damit meint die Kommissionschefin offenbar ihre Verhandlungspartner auf der anderen Seite des Tisches. In Wahrheit wussten die genau, wie ein derart lebenswichtiger Wirkstoff professionell und erfolgreich im Sinne der Produzierenden zu vermarkten und zu verhandeln ist. Ihnen gegenüber saßen EU-Vertreter, die unter dem Korsett uneiniger Mitgliedsstaaten ein Ergebnis mit dem Ziel, Menschenleben vor den Folgen der Pandemie zu bewahren, erreichen sollten. Das Ergebnis liegt auf dem Tisch. Das Ziel verfehlt. Die vielleicht mächtigste Frau der Welt, muss ihr Volk beruhigen und um Geduld bitten. Dabei hat ausgerechnet sie mit der für sie typisch alternativlosen Einflussnahme auf die Verhandlungsstrategie der EU-Vertreter ihren Anteil am hervorragenden Ergebnis der anderen! Diese Pandemie ist ein Flächenbrand. Und da muss ohne vorherige Findung länderübergreifender Löschpläne gelöscht werden. Anders ausgedrückt: Jeder ordert so viel Wasser, wie er braucht. Haben alle am Ende mehr, als sie brauchen, gibt man es dahin, wo es gebraucht wird. Jetzt liegt das Kind im Brunnen. Nun müssen wir gemeinsam in dem Scherbenhaufen leben – alternativlos mit Abstand und FFP2-Masken.

Klaus Bleyl

Bad Feilnbach

Der Ethikrat sagt Nein zu Sonderregelung für Geimpfte. Na da bin ich dann ja mal gespannt, wie lange es den Ethikrat noch gibt. Was nicht passt, wird passend gemacht. Wär ja nicht das erste Mal, dass unbequeme Meinungen abgekanzelt, hochbefördert oder sonstwie mundtot gemacht werden.

Alois Gremmelspacher

Rosenheim

Seit 15 Jahren regiert Frau Merkel als Kanzlerin Deutschland. Sie hat sich nur um Europa und die Weltpolitik auf Kosten Deutschlands engagiert. Deutschland war für sie Nebensache. Erst hat sie alle fähigen und selbst denkende Politiker hinausgeekelt und dafür ihre Ministerien mit Parteifreunden besetzt, die sich in der CDU verdient gemacht haben, aber keine Qualifikation für ihr Ministeramt mitbringen. Diese Minister haben nicht nur großen wirtschaftlichen Schaden verursacht, sondern auch unserem internationalen Ansehen geschadet. In der jetzigen Corona-Krise zeigt sich das Versagen der Regierung in aller Deutlichkeit. Das Kultusministerium hat es seit einem Jahr nicht geschafft, Schulen auf Fern- oder Distanzunterricht umzustellen. Viele Schulen und Ämter arbeiten digital auf Steinzeitniveau und haben oft nicht mal einen Internetanschluss. Der Staat verlangt von der Wirtschaft selbstverständlich Homeoffice, aber unsere Schulen sind dazu nicht in der Lage. Fernunterricht gibt es schon lange von Privatschulen, aber dazu sind unsere Schulen nicht fähig. Die EU und Frau von der Leyen haben es nicht geschafft, rechtzeitig genügend Impfdosen zu bestellen. Die Bafin und die Regierung haben sich unsäglich in der Wirecard-Affäre blamiert. Unsere Bundeswehr ist nicht mehr in der Lage, wegen fehlender Ausstattung und nicht funktionierendem Material ihre Aufgaben zu erfüllen. Der von Frau Merkel angehäufte Schuldenberg steigt ins Unermessliche. Maut-Debakel, Berliner Flughafen, Bahnhof Stuttgart, unkontrollierter Zuzug von Flüchtlingen und so weiter. Wir haben schon lange keine Demokratie mehr, sondern eine reine Parteiendiktatur. Wir Deutsche haben nur die Möglichkeit, eine Partei zu wählen, aber nicht die Regierung!

Werner Schönauer

Rosenheim

Beim Hersteller der Impfstoffe wird geplant nach Auftragseingang. Wenn die Kapazitäten dauerhaft nicht ausreichen, wird über eine Erweiterung nachgedacht. Die USA haben wohl im Juni bestellt. Stellt sich die Frage, warum nicht die EU? Auf möglichst viele Hersteller zu setzen, ist richtig. Nur muss man die richtigen finden. Die Verhandlungsunterlagen der EU liegen in Brüssel unter Verschluss. Das macht nachdenklich. Frankreich wollte möglichst Sanofi. Ein Großauftrag ging an Astra-Zeneca. Sanofi kann nicht liefern, Astra-Zeneca hat einen Preis von 1,78 Euro gemacht, während andere etwa zwischen zehn und 20 Euro quoteten. Also mal 400 Millionen bestellt – Schäppchen muss man nutzen. Hoffentlich passt da das Paul Ehrlich-Institut auf. Fazit: Im Juni bei Biotech bestellen, das Werk in Marburg wäre früher angelaufen und könnte jetzt schon liefern. Die offizielle Lesart der Regierung und Anhängsel ist jetzt: Impfstoff ist knapp, heißt es, aber richtig wäre: Sorry, unser Fehler zu spät bestellt. Positives Beispiel war Thüringens Miniterpräsident Bodo Ramelow.

Bernd Wagner

Bergen

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