Hundebesitzer in der Pflicht

Angeleinte Hunde im Wald – das wünschen sich die Jäger. dpa
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Angeleinte Hunde im Wald – das wünschen sich die Jäger. dpa

Zum Bericht „Auf frischer Tat ertappt“ im Regionalteil:

Es ist sehr traurig, dass Hundebesitzer Verbotsschilder, wie Hunde im Wald anzuleinen, einfach ignorieren. Zum Schutz der im Wald lebenden Tiere bitten die Jäger, die Hunde im Wald an die Leine zu nehmen. Doch immer wieder erlebt man, wie diese oftmals sehr großen Hunde im Dickicht kreuz und quer umherstöbern, um Spuren von einem Reh zu verfolgen. Das verantwortungslose Verhalten der Hundebesitzer zeigt auch eine große Ignoranz gegenüber den besorgten Jägern. Kindern bringt man doch auch bei, ihre Hausaufgaben ordentlich und pflichtbewusst zu erledigen. Leider geht den Hundebesitzern dieses Pflichtbewusstsein offenbar verloren, obwohl mit sehr viel Bitten der Jäger darauf hingewiesen wird. Umso mehr ist es bedauernswert und traurig, dass man die besorgten Jäger um ihr anvertrautes Wild im Wald völlig übergeht.

Franziska Mohr Prutting

Es entsteht bei dem erheblichen Umfang des Artikels der Eindruck, dass sich eine sehr präsente und rührige Jagdlobby um Berichte dieser Art kümmert. Natürlich schmerzt jeden Tierfreund der gewaltsame Tod eines Tieres und es sollte alles unternommen werden, das zu verhindern. Als verantwortungsvolle Hundehalterin bezweifle ich jedoch die Authentizität des veröffentlichten Fotos, das einen schwergewichtigen, großen Hund zeigt, der vor einem schwer erkennbaren, vielleicht schon länger dort befindlichen, fellartigen „Etwas“ recht teilnahmslos dreinschaut. Ob ein so schwergewichtiger Hund in der Lage ist, alleine ein Reh zu stellen und zu töten, wage ich zu bezweifeln. Es wurde hoffentlich geklärt, ob der Hund von Aas-Geruch angelockt wurde. Ich hoffe nicht, dass sich auch schon in der Provinz Fake-News einschleichen. Es wird immer ein Aufstand angezettelt, wenn auch nur der leise Verdacht besteht, ein Hund könnte ein Reh gerissen haben. Die Zeitungen wären voll, wenn jedes Mal ein so umfangreicher Artikel verfasst würde, wenn ein Wildtier von einem Auto erfasst und getötet wird. Etwas überspitzt könnte man Tempo-30-Zonen in Wildwechselzonen fordern. Vom Jagderfolg eines Jägers will ich gar nicht erst sprechen.

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