Hornlosglücklich

Zum Leserbrief „Nerven liegen blank“ von Dagmar Breuer:

Auf unserem Betrieb werden Kühe und weibliche Nachzucht von Mitte Mai bis teilweise Dezember auf der Weide gehalten. Seitdem die Rinder hornlos sind, kann man beobachten, dass die Tiere ruhiger sind. Lange Kratzer am Bauch der Kühe oder schmerzhafte abgestoßene Hörner gehören der Vergangenheit an. Außer den Alpha-Tieren muht wohl keine Kuh nach ihrer Kopfpracht. Ich habe keine wissenschaftlichen Werte, aber die Praxis zeigt mir keine Nachteile ohne Horn. Es ist auch möglich, hornloses Fleckvieh zu züchten. Aber Frau Breuer wird das ja als Agrarexpertin wissen. Urlaub auf dem Bauernhof in Meran ist die beste Qualifikation für fundiertes Wissen. Wenn man sieht, welche dramatischen Szenen sich vor Klopapierregalen abspielen, könnte man meinen, so mancher Verbraucher befindet sich in einer emotionalen Krise. Was wäre da wohl los, würden die Lebensmittel knapp? Ein Glücksfall fürs Image der Landwirte wäre es, würde Klopapier auf Feldern wachsen, vorzugsweise EU-zertifiziert, öko, regional, teilweise im XXL-Format für Brüssels und Berlins Volksvertreter. Da es aber leider nicht so kommt, werden weiterhin brav Lebensmittel erzeugt – trotz Buhmann-Image.

Michael Schwenk

Schwindegg

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