Honig als Lebens- und Heilmittel

Zum Artikel „Mythen und Fakten über Zucker“ (Geldmarkt):

Im Artikel wird behauptet, dass Honig kein bisschen gesünder als Zucker ist, weil es sich größtenteils um Saccharose (Haushaltszucker, hergestellt aus Zuckerrüben und Zuckerrohr) handelt. Honig besteht jedoch zum großen Teil aus Frucht- und Traubenzucker mit bis zu 180 anderen Inhaltsstoffen, darum ist diese Aussage falsch. Für die Entstehung von 500 Gramm Honig müssen die Bienen bis zu 100 000 Kilometer fliegen und rund drei Millionen Blüten besuchen. Der Nektar befindet sich meist am Blütenboden, wird von den Bienen aufgesaugt und nebenbei noch Blütenstaub (Pollen) mitgenommen und auf anderen Blüten verteilt (bestäubt). Der Nektar wird in den Waben eingelagert, getrocknet und durch die Bienen mit verschiedenen Inhaltsstoffen aufgewertet. Am Ende dieser „Umarbeitung“ entsteht fertiger Honig mit speziellen Geschmacksrichtungen. Der Wert, der durch die Bestäubung der Pflanzen entsteht, beträgt etwa das Zehnfache des eigentlichen Honigwertes. Bei der heutigen Klimadebatte ist Honig ein faszinierendes Lebensmittel. Die Bienen können den Honig nur produzieren, wenn in der Natur ein Überfluss an Nektar vorhanden ist, gleichzeitig wird der Umwelt ein vielfaches zurückgegeben. Der Selbstversorgungsgrad in Deutschland beträgt beim Honig etwa 30 Prozent, die restlichen 70 Prozent werden vom Ausland eingeführt. Die Bestäubung vieler Pflanzen kann jedoch nur von einheimischen Bienen übernommen werden. Seit Jahrtausenden wird Honig als Lebens- und Heilmittel geschätzt.

Peter Schneider

Kirchdorf

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