Hohlwege leisten herausragenden Beitrag

Zum Bericht „Wegeausbau im Biotop“ (Lokales):. Es gibt in Deutschland circa 570 Wildbienenarten mit verschiedentlichsten artspezifischen Lebensraumanforderungen.

Allen gemein ist: Der Lebensraum muss den (klein-)klimatischen Ansprüchen der Art genügen; Nistplatz, Nahrungsquelle und Baumaterial muss im engeren Umfeld vorhanden sein.

Über Jahrhunderte gewachsene (sich eintiefende) Hohlwege leisten bezüglich der Wildbienenpopulation einen herausragenden Beitrag, sind aber oft auch durch Ausbaumaßnahmen bedroht.

Voraussetzung für einen langfristigen Schutz ist eine standortgerechte Pflege, die auch weiterhin ein benötigtes Vegetationsmosaik ermöglicht. Eine seriöse Vorgehensweise bezüglich Maßnahmen bei Hohlwegen ist für mich, vorab die hier lebenden Arten aufzunehmen; zu klären, welche Ansprüche diese haben und wie dies mit der geplanten Maßnahme vereinbar ist beziehungsweise wodurch die Auswirkungen gemildert werden können. Nur so kann man zu einem abschließenden Urteil kommen!

Es ist schließlich die gesetzliche Aufgabe öffentlicher (Mandats-)Träger, dies zu beachten (beziehungsweise untersuchen zu lassen) und nicht primär eines Naturschutzverbandes! Aussagen wie „Die Kiesstraße soll asphaltiert werden und nicht die Lehmwände“ sind wenig hilfreich und zeigen deutlich das komplett fehlende Verständnis für die Zusammenhänge in der Natur und machen ebenso den fast aussichtslosen Einsatz des Natur- und Artenschutzes deutlich! Sollte es gelingen, die höchst unterschiedlichen Ansprüche der 570 Wildbienenarten zu sichern (Vorgabe Volksbegehren!), bräuchte man sich über fast alle anderen Naturschutzmaßnahmen wohl keine Gedanken mehr machen, weil diese dann automatisch mit abgedeckt wären.

Horst Tidhalm

Waldkraiburg

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