Hoher Standard:Nicht alles für die E-Mobilität riskieren

Zum Bericht „Autoindustrie wird politisch zerstört“ (Seite1):

Der Artikel spricht mir aus der Seele. Der Chefaufseher des Zulieferers Continental, Professor Dr. Wolfgang Reitzle, von dem diese Aussage kommt („Autoindustrie wird politisch zerstört“), ist nicht irgendwer, sondern eine Kapazität in der deutschen Industrie. Er war Entwicklungschef bei BMW, Manager bei Ford in Dearborn, USA und Vorstand der Linde AG. Es stellt sich die Frage, ob sich unsere Politiker dessen bewusst sind, was sie mit dem Hochjubeln der E-Mobilität in unserem Land anrichten. Die Aussage von Wolfgang Reitzle ist richtig, dass Hersteller und Kunden in die „noch nicht wirklich marktreife E-Mobilität“ getrieben werden. Wo bitte sollen künftig die Millionen Elektroautos „aufgeladen“ werden? Dieser Vorgang wird – physikalisch bedingt – immer erheblich länger dauern als das Betanken mit Kraftstoff. Ist der hohe Preis der Arbeitslosigkeit Hunderttausender oder gar von Millionen in der Autoindustrie und ihrer Zulieferer wirklich gerechtfertigt? Allein Continental will 13 000 von 30 000 Stellen streichen, wie Reitzle ankündigt. Der hohe technische Standard unserer Verbrenner-Autos wird von der ganzen Welt bewundert und (noch) nachgefragt. Diese Technik wird aufs Spiel gesetzt und wäre unwiederbringlich verloren, wenn sie von der „Technik des Banalen“, den Elektroautos, verdrängt würden. Diese wird umso fragwürdiger, je mehr über die Umweltproblematik der Batterieherstellung bekannt wird.

Volkart Rothweiler

Bad Aibling

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