Hohe Belastung für jüngere Generation

Zu „Nicht alle Rentner können verzichten“(Leserbriefe):

Begreifen Sie bitte unsere vorausgegangenen Leserbriefe als Plädoyer für eine generationengerechte Verteilung der krisenbedingten Lasten. Jeder Rentner sollte selbstverständlich eine auskömmliche Rente erhalten! Vielleicht haben die Leserbriefschreiber auch übersehen, dass ich die Höhe der Rentenerhöhung insbesondere für überdurchschnittlich hohe Renten kritisiert hatte.

Wer aber, wie die Herren Mairoll und Weis, anderen eklatante Unkenntnis vorwirft, sollte sich mit der Materie auch auskennen. Wie auch der OVB-Leitartikel am 18. Mai zeigt, waren alle meine fachlichen Aussagen richtig. Der Bundeszuschuss aus Steuermitteln beträgt 2020 rund 72 Milliarden Euro. Bei sinkenden Arbeitseinkommen und steigender Arbeitslosigkeit werden die zukünftigen Rentenbeitragssätze steigen. Wenn die Deckelung der Beitragssätze bei 20 Prozent gelingen soll, muss der Rest über Steuern finanziert werden. Da hilft es auch wenig, dass bei steigenden Renten auch die Steuerzahlungen der Rentner steigen. Es bleibt leider Fakt: Die Rentenerhöhung belastet im Wesentlichen die jüngeren Generationen, ob nun durch Rentenversicherungsbeiträge oder Steuerzahlungen. Diese Generationen müssen aktuell schon mit Einkommenseinbußen leben und zukünftig mit höheren Renten- und Arbeitslosenversicherungsbeiträgen und Steuerbelastungen rechnen. Wir reden bei den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise von den größten Einschnitten seit dem Zweiten Weltkrieg und wir können sehr froh sein, dass unsere sozialen Sicherungssysteme funktionieren, müssen aber auch sehr aufpassen, dass dies so bleibt. Dies erfordert politische Entscheidungen mit Augenmaß.

Bernhard Krause

Kiefersfelden

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