Hilfsbereitschaft missbraucht

- Zum Bericht «Großfamilie zur Miete unerwünscht» im Bayernteil: Sie berichten von einer mehrköpfigen Familie, die eine neue Unterkunft suchte und aufgrund der Kinderzahl keine fand. Meinem Mann und mir ist es genau andersrum ergangen. Wir haben einer mehrköpfigen Familie unser Haus vermietet.

Da wir selber Kinder haben und das Ehepaar von lauter Absagen wegen ihrer vier Kinder erzählte, entschieden wir uns für diese Familie, die einen netten Eindruck vermittelte. Diese Entscheidung müssen wir nun büßen.

Das Resultat ist, dass die Familie nach fast acht Monaten Miete zwar jetzt ausgezogen ist (wohin, ist nicht bekannt), sie aber noch Miet- und andere Schulden bei uns hat und wir einen Anwalt einschalten mussten. Man ist als Vermieter oft machtlos gegenüber Zeitgenossen, die mit allen Wassern gewaschen sind. Sie tischten in Bezug auf ihre Verhältnisse Lügen auf und fügten vertrauensseligen Menschen wie uns Schaden zu. Wir haben zwar zu Beginn die Auskünfte prüfen lassen, aber man sagte uns damals schon: Hineinschauen kann man in keinen Menschen. Genau diese Art von Mietern ist es, die verhindern, dass anständige Familien passende Wohnräume und Vermieter finden.

Wir müssen nun schauen, dass wir zu unserem Recht kommen, was bei unseren Mietgesetzen nicht ganz einfach ist. Wir hatten nur insofern Glück, dass die Familie auszog und nicht noch länger in unserem Haus wohnte beziehungsweise es auf eine Räumungsklage ankommen ließ, die sie uns androhte. Trotzdem sind der Schaden und der Ärger groß genug. Uns tun die neuen Vermieter leid, bei denen es wahrscheinlich genauso laufen wird. Und man kann kaum etwas dagegen tun!

A. Büchele

Oberaudorf

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