Hans-Jochen Vogel ein großes Vorbild

Zum Bericht „Der Muster-Sozialdemokrat“ (Blickpunkt):

Schon kurz nach Amtsantritt als Oberbürgermeister Münchens 1960 kümmerte er sich um eine angemessene Aufarbeitung der Vergangenheit, die München als „Hauptstadt der Bewegung“ während der NS-Zeit geprägt hatte. Neben der Gründung des Vereins „Gegen das Vergessen – Für Demokratie“ kümmerte er sich intensiv um die Gestaltung einer würdigen Erinnerungskultur. Sein früher Einsatz zum Bau des NS-Dokumentationszentrums auf dem Königsplatz in München sei als nur einer von vielen Belegen hierfür angeführt.

Als sehr persönliches Erlebnis mit Hans-Jochen Vogel denke ich an den November 1986 anlässlich des Bundeskongresses der Deutschen Postgewerkschaft in Nürnberg zurück, als nach einem beeindruckenden 20-minütigen Statement des Politikers im Rahmenprogramm mehr als ein Dutzend der Delegierten spontan der SPD beitraten.

Als „Fan“ eines der bedeutendsten Schriftsteller Bayerns, Oskar Maria Graf, weiß ich es nicht hoch genug einzuschätzen, dass es Hans-Jochen Vogel gelungen ist, 1968 die Urne des im Jahr zuvor in New York verstorbenen Literaten zur Bestattung im Friedhof St. Georg in Bogenhausen zu verbringen.

Mein Fazit: Ein brillanter und persönlich höchst moralisch integrer Politiker ist von uns gegangen.

Gert Hilger

Waldkraiburg

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