Haltlose Polemik gegen Tesla

Zum Leserbrief von Volkart Rothweiler (Bericht „Krimi um einen ausgebrannten Tesla“ im Bayern- und Regionalteil):

Das Europäische NCAP hat als Gesellschaft europäischer Verkehrsministerien, Automobilclubs (inklusive ADAC) und Versicherungsverbände im Juli 2019 den Tesla (Model 3) beim Sicherheitstest mit den maximal möglichen fünf Punkten bewertet. Die US-Verkehrsbehörde NHTSA hatte das gleiche Auto bereits im September 2018 ebenfalls mit fünf Punkten bewertet. Der ADAC hat seinen überwältigend positiven Gesamttest am 5. November auf seiner Webseite veröffentlicht – sogar mit Video des Crashtests. Von der Brandgefahr der Verbrenner-Tanks redet komischerweise niemand, aber wegen der bisher zu seltenen Brände von Batterieautos kennen das die Feuerwehren noch zu wenig. Laut Prof. Dr. Doppelbauer muss man in Deutschland mit jährlich rund 40 000 Pkw-Bränden (davon 15 000 schwere Brände) rechnen. Wenn aber in den USA im Jahr 2014 ein Tesla brennt, wird das so lange negativ ausgeschlachtet, bis vier Jahre später gerichtlich festgestellt wird, dass ein durchgeknallter Revolverheld vom Rücksitz aus in die Batterie geschossen hatte. Und der vor Kurzem gegen einen Baum gefahrene Münchner hätte wohl aus einem anderen Auto kaum mehr lebend herausgezogen werden können. Dafür kann man gerne eine lange Kühlungsnotwendigkeit einer (relativ langsam) in Brand geratenen Batterie in Kauf nehmen. Übrigens: Lithium-Ionen-Batterien werden bald in größerem Stil recycelt (Northvolt Revolt). Und der Direktor des Helmholtz-Instituts für elektrochemische Energiespeicherung in Ulm stellt fest, dass der Wasserverbrauch für die Lithiummenge eines mittleren Autoakkus nur dem Wasserverbrauch entspricht, der für die Produktion von zehn Avocados oder 250 Gramm Rindfleisch benötigt wird.

Bernhard Liesenkötter

Rosenheim

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