LESERFORUM

Hätte man die Bänke vergolden können

Zur Berichterstattung über den Haager Schlosshof:. Wenn man den neugestalteten Schlosshof in Haag betritt, bleibt einem vor lauter Schönheit die Luft weg – oder man macht einen Aufschrei.

Der 1000 Jahre alte Schlossturm und im Hof dieses Granitgeschleife, angeblich als Tribüne. Unverständlich, dass man sich diesen Krampf gegenüber den Vorfahren zu verantworten traut. Aber man steht halt gut da in der Zeitung. Und das alles für 700 000 Euro oder mehr. Da kann man sich nur noch fragen, „ob diese Welt spinnt“.

Ich frage mich nur noch, wo da das Denkmalamt ist. Anderen macht man wegen des Versetzens eines Fensterstocks viele Schwierigkeiten. Man hätte doch für dieses Geld Wege und Flächen machen können, zum Beispiel aus fachmännisch verlegtem Kopfsteinpflaster und gediegenem Rasen dazwischen mit Massivholzbänken. Für die Bausumme hätte man ja die Bänke vergolden können. Kopfsteinpflaster nach alter Sitte fachmännisch verlegt macht man heute sogar um Privathäuser. Aber jetzt ist alles zu spät. Das hat man fertiggebracht und ist auch noch stolz darauf. Da hat man so viel Geld. Aber für Geschichte und Museum stellt man solche Bedingungen, dass keiner mehr das Museum gestalten will.

Ich war im Schloss Trautenfeld in der Steiermark. Dieses Schloss ist aus einer Burg aus dem 12. Jahrhundert entstanden. Diese Steintreppen und andere alte Sachen, aus dem Trautenfeld gehauen, sind alle mit Glas überdeckt. Wenn man nur will, geht es auch. Man kann unseren Herrgott nur bitten, dass er Haag einmal wieder einen Bürgermeister mit Haager Seele und mit Haager Blut schickt, der sich auch noch der Vergangenheit gegenüber bewusst ist, bei dieser Geschichte.

Therese Schrelle

Albaching

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