Grundsatzdebatte um die Schöpfung

Zur Diskussion um die Schöpfung (Leserbriefe):

Wow, was für ein Leserbrief, bestückt mit „übermächtigen Wissenschaften“ und „zweifelsfrei bewiesener Evolution“, die in Jahrmillionen in voller Blüte erstrahlt. Wenn sie, Herr Kretzschmar, sich blamieren wollten, Glückwunsch, es ist ihnen gelungen. Frei nach Hermann Hesse: „Es sind Menschen, die alles erklären und nichts verstehen.“ Nein, zu keiner Zeit gab es ein so unmenschliches Bild vom Menschen wie das der materialistischen Naturwissenschaft.

Aber was bleibt einem Geist, der die Welt auf physikalisch-chemische Prozesse reduzieren will? Begegnungen können für ihn letztlich nur Zufälle sein. So ist das Menschenbild der materialistischen Naturwissenschaft zum Spitzenprodukt ihrer zweckvollen Sinnlosigkeiten geworden: Der Mensch ist ein Zufallsprodukt, die Folge einer langen Kette von zufälligen Reaktionen zwischen Atomen, die, sich selbst organisierend, sich zu biologisch aktiven Molekülen aufgebaut haben. Was für ein Unsinn! Es war ausgerechnet der bekannte amerikanische Soziobiologe Richard Dawkins, der zugeben musste, dass bereits der Zellkern einer Amöbe, also des primitivsten Einzelligen Tieres, mehr Informationen codiert gespeichert enthält, als 1000 (!) Bände des großen Lexikonwerks „Encyclopedia Britannica“. Hier hebt die Wahrheit an und weist auf eine unbegreif- liche Ordnungsfülle der Schöpfung Gottes hin.

Albert Nominacher

München

Ich habe noch nie so viel Unsinn gelesen, wie die Behauptung des/der ebenso wenig bekannten wie unbedeutenden E. Borneman („Wer weiß, kann nicht glauben. Und wer glaubt, kann nicht wissen“). Der Kosmologe und Astrophysiker Prof. Harald Lesch hat in einer BR-Sendung über das Weltall auf die Frage, ob er an Gott glaube, direkt mit „Ja“ geantwortet. Also: Wer weiß, kann glauben! In derselben Sendung redete der bekannte Theologe und Schriftsteller Hans Küng sachkundig mit. Also: Wer glaubt, kann wissen! Es ist auch Unsinn von Herrn Kretzschmar, von einem „durchsichtigen Trick der Kirchen, um nicht von den Wissenschaften geistig völlig überrollt zu werden“, zu schreiben. Gerade die von mir zitierten Wissenschaftler haben gezeigt, dass gerade das nicht der Fall ist. Sie sind nicht so überheblich wie Herr Kretzschmar. Dass die Evolutionslehre nicht „wissenschaftlich zweifelsfrei bewiesen“ ist, hat auch der Leserbrief von Prof. Dr. Helmut Rehder gezeigt. In der wichtigsten Frage der Entstehung des Lebens überhaupt - eine Frage, die bis heute noch nicht gelöst ist - hat sich Darwin nicht geäußert. Er hat sich auch nicht durch seine Evolutionslehre von Gott abgewandt, sondern weil seine innigst geliebte Tochter schwer krank wurde und trotz allen seines Betens Gott sie nicht geheilt hat, sondern hat sterben lassen. Übrigens: In seiner Enzyklika „Humanae generis“ hält Papst Pius XII. eine Koexistenz von Glaube und Evolutionstheorie für möglich.

Thaddäus Weindl

Raubling

In unserer überwiegend materialistisch geprägten Zeit neigt man dazu, die offenbarten Wahrheiten zu verkürzen und dem vom Hirnverstand geprägten Denken so anzupassen, wie es nur auf dieser rein diesseitigen Ebene begriffen werden kann. So ist es auf dieser niederen Denkebene, auf der die Bejahung geistiger Existenz unmöglich (weil unbegreiflich) geworden ist, nicht möglich, Gott für glaubwürdig zu halten. Der tiefste Grund, warum in dieser Menschenwelt Himmel und Hölle unter einem Dache wohnen müssen, ist der, dass dem Menschen extreme Möglichkeiten offen stehen müssen, um zur höchsten Freiheit gelangen zu können: „Die Wahrheit wird euch frei machen.“ Um das Göttliche in sich verwirklichen zu können, ist der Mensch freigestellt in eine Welt zweipoliger Gegensätze, sodass er durch die Überwindung des einpoligen Hochmutes und seiner höllisch- schmerzlichen Folgen die wahre Freiheit und Glückseligkeit erreichen kann.

Franz Wagner

Ramerberg

Drei große Demütigungen erfuhr der Mensch im Verlauf der Neuzeit: Die erste erfolgte durch Nikolaus Kopernikus, der nachwies (Nürnberg 1543), dass nicht die Sonne sich um die Erde dreht, sondern umgekehrt die Erde um die Sonne. Das gab dem Menschen eine neue, mindere Stellung im Universum. Die zweite Krän- kung sprach Charles Darwin aus, als er nachwies, dass der Mensch nicht in seiner heutigen Gestalt erschaffen wurde, wie es im ersten Buch Mose beschrieben steht, sondern sich aus anderen Lebewesen entwickelte. Die Kirchen haben daraufhin Darwin stark angefeindet, lange Zeit. Die dritte kam von Sigmund Freud, der uns zeigte, dass wir nicht die rationalen Wesen sind, für die wir uns halten, sondern intelligente Säugetiere voller archaischer Denk- und Verhaltensweisen. Natürlich genießen die Deutschen Meinungsfreiheit, daher darf jeder glauben, was er will, auch dies: dass ein menschenähnlicher Schöpfergott vor rund 6000 oder etwas mehr Jahren das all erschuf, mit dem Menschen in der Mitte, und seither gütig auf seine Geschöpfe, insbesondere den Menschen, herabschaut.

Dr. Manfred Vasold

Rohrdorf

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