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Große Schlagzeilen lösen Transitproblem nicht

Zu den Berichten über die Blockabfertigungen nach Tirol (Regionalteil):

Die Titelschlagzeile „Transit: Bayern plant Blockade“ und die Überschrift im Regionalteil „Machtwort aus Bayern“ versprachen große politische Entscheidungen von Ministerpräsident Markus Söder und einen Streit mit Österreich. Entsprechend motiviert machte ich mich an die Lektüre der Artikel und rieb mir nach einigen Minuten verwundert die Augen.

Unter Blockade versteht man doch, dass eine Straße gesperrt wird. Und in der Debatte stand natürlich der Autobahnübergang. Im Text entpuppte sich die vollmundige Ankündigung der Blockade als einfache innerbayerische Maßnahme, bei Blockabfertigung auf Tiroler Seite den Ausweichverkehr von der Autobahn aus den Ortschaften im Inntal he rauszuhalten. Diese Maßnahme ist sinnvoll, eigentlich überfällig und ist auf österreichischer Seite in Tirol schon vor Jahren umgesetzt worden. Auch das sogenannte Machtwort reduzierte sich bei Tageslicht als Bitte des Innenministeriums an die Regierung von Oberbayern, mit dem Landratsamt und den Gemeinden ein Konzept zu entwickeln, wie sich die betreffenden Ausfahrten für Lkw ab 7,5 Tonnen sperren lassen. Ein Machtwort sieht anders aus.

Ebenfalls erwies sich die krawallige Unterüberschrift „Streit mit Österreich eskaliert“ als Bluff. Denn der Tiroler Landeshauptmann sieht sich durch die Maßnahme in seiner Haltung bestätigt und Bayern und Tirol im gleichen Boot: „Vielmehr sind wir (Bayern und Tirol) Opfer einer verfehlten europäischen Verkehrspolitik, die den Verkehr auf der Straße stark begünstigt.“ Es gibt also weder eine Blockade noch ein Machtwort und auch keine Eskalation mit Österreich.

Detlef Dobersalske

Breitbrunn

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