Glühbirnen: Achtung, Schnüffler

Stirbt aus: die 40-Watt-Glühbirne. Foto dpa
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Stirbt aus: die 40-Watt-Glühbirne. Foto dpa

Zur Diskussion um die Ruderin Nadja Drygalla sowie Rauch- und Glühbirnenverbote (Berichte im politischen Teil):

Was ist los mit uns Deutschen? Werden wir wirklich oder sind wir gar schon ein Volk von Schnüfflern und Denunzianten? Einige Beispiele, die darauf schließen lassen: Selbsternannte Tabaksheriffs suchen Gaststätten, Beiseln, Biergärten und Bahnhöfe darauf hin ab, ob dort verbrecherischerweise geraucht wird (ich bin übrigens überzeugter Nichtraucher). Durchgeknallte, aber politisch korrekte Funktionäre überwachen Sportlerinnen bis ins Schlafzimmer hinein, ob sie auch den richtig gesinnten Bettpartner haben - schmieriger geht's wohl nicht mehr. Doch, es geht schon: Der Verein Deutsche Umwelthilfe (ja, den gibt es wirklich) maßt sich die Durchführung schärfster Kontrollen an, ob schlimme Missetäter immer noch herkömmliche Glühlampen (mit warmem Licht) statt Giftfunzeln (mit scheußlich kaltem Licht) anschalten können und hofft auf viele Hinweise von gleichgesinnten Schnüffelnachbarn. Gibt es ein Wort für alles das? Vielleicht wäre Gesinnungsterror der richtige Begriff!

Wir haben es wirklich weit gebracht im richtigen Umgang miteinander. Aber immerhin hat das absolut Böse in Deutschland jetzt endlich ein Gesicht: In einem von Glühbirnen erhellten Raum sitzen Leute, rauchen Zigaretten oder Pfeife und reden unfreundlich über Radldiebe mit Migrationshintergrund.

Hans Daxer

Marquartstein

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