Es geht um die Menschen

Zum Bericht „Kurzzeitpflege: Der Druck steigt“ (Bayernteil):

Als ehemals Betroffene konnten wir ein Lied davon singen, wie schwierig es sein kann, Kurzzeitpflegeplätze für zu pflegende Angehörige zu finden. Was nützt es denn, wenn finanzielle Mittel der Pflegekasse dafür zur Verfügung gestellt werden, man diese aber mangels Angebot an Plätzen nicht abrufen kann! Planungssicherheit ist und war ein Wunschdenken. Auf unbedingt nötigen Urlaub konnte man sich gar nicht freuen, da man immer wieder Absagen – auch von Pflegeheimen mit flexiblen eingestreuten Pflegeplätzen – erhielt; und dies trotz frühzeitiger Planung. In einem persönlichen Gespräch mit Ministerpräsident Söder im August 2018 wurde von einem neuen Förderprogramm für Kurzzeitpflegeplätze in Bayern gesprochen, trotzdem ist bisher nicht viel passiert. Zudem sind die Pflegeeinrichtungen nicht besonders an derlei Angeboten interessiert, da eine Vollzeit Unterbringung planbarer und wirtschaftlich wesentlich lukrativer ist. Wenn man hört, mit welchen Erträgen viele Pflegeheime wirtschaften, welche Renditen oftmals (zu Lasten der zu Pflegenden und der Mitarbeiter) erzielt werden und Investoren anlocken, so meinen wir, dass ein gewisser Zwang den Pflegeheimen auferlegt werden sollte, pro bestimmter vorhandener Pflegebettenzahl eine entsprechende Anzahl an Kurzzeitpflegeplätzen vorhalten zu müssen. Dafür vorzusorgen und gegenzusteuern ist die Pflichtaufgabe der seit Jahrzehnten schlafenden Gesundheits- und Sozialpolitik! Trotz allem wirtschaftlichen Denken – es geht hier um Menschen! Dies ist im Sinne der 70 Prozent zu Hause Pflegenden!!

Andreas Krug

Bad Endorf

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