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GDL-Chef Vernunftgründen nicht zugänglich

Zum Bericht „Nächstes Bahn-Chaos? GDL-Chef Weselsky kündigt schon neuen Streik an“ (Wirtschaftsteil):

Es ist kaum zu glauben: Da kann ich einmal kurz durchatmen vom jüngsten Lockdown, da beginnt der Lockdown der Deutschen Bahn. Mitten in meinem Sommerurlaub in Deutschland hat es mich voll erwischt. Ich stehe am Frankfurter Hauptbahnhof und will bis heute Abend noch nach Rügen. Der Zug hat keine Verspätung wie sonst üblich, sondern fällt ganz aus. Insgesamt sollen heute nur drei von 35 Zügen nach Berlin fahren. Zum Glück habe ich den einzigen Zug erwischt, der heute Morgen nach Berlin fährt und habe sogar noch einen Sitzplatz am Fenster ergattert. Die Bahn hat wegen des Streiks sämtliche Corona-Regeln aufgehoben. Jeder Sitzplatz ist belegt, und selbst auf den Gängen sitzen die Menschen beisammen. Die Stimmung im Zug scheint ganz gut zu sein. Die Menschen sind fröhlich darüber, im Zug zu sitzen und bis nach Berlin zu kommen, auch wenn sie schon einige Stunden auf ihren Zug gewartet haben und nicht wissen, wie sie am Hauptbahnhof Berlin weiterkommen oder ob sie ihren Flieger noch erwischen. Das Einzige, was noch normal funktioniert, ist der Schaffner, der die Tickets kontrolliert. Alles andere, wie Platzreservierung oder WLAN im Zug, scheinen nicht zu gehen. Ich schlafe ein und träume von entspanntem Reisen mit dem Auto mit den einzigen Sorgen über den teuren Sprit und die verschmutzten Toiletten an den Rastplätzen. Ich merke im Traum, dass ich beim Autofahren noch die Maske auf habe. Also nehme ich sie ab, mache die Musik laut und wundere mich, wieso ich auf dem Weg nach Rügen noch keinen einzigen fahrenden Zug gesehen habe. Aus Versehen fahre ich viel zu schnell an einem Ökobauern vorbei, der ein Schild in seiner Hand hält, dass ich die Umwelt verpeste.

David Langer

Rosenheim

Da ist sie also wieder, die hässliche Fratze der Gewerkschaften in Person des Vorsitzenden der Gewerkschaft der Lokführer (GDL), Claus Weselsky. Nicht, dass wir uns missverstehen. Das Streikrecht ist eines der höchsten Güter einer lebendigen Demokratie. Aber was dieser Mann zulasten der schuldlosen Reisenden ausfechten möchte, ist weniger der Kampf um höhere Löhne für seine Mitglieder als der Versuch, endlich sein Trauma als gewerkschaftlicher Zwerg neben der deutlich größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) abschütteln zu können. Ein anderer Aspekt des bevorstehenden Streiks ist, dass es sich als verheerender Fehler der Privatisierung der Bahn erweist, dass für ganz Deutschland systemrelevante Berufsgruppen wie Lokführer oder Fahrdienstleiter nicht weiter als Beamte eingestellt wurden. Damit wurde der gesamten Bevölkerung ein Bärendienst erwiesen. Denn wie man weiß, dürfen Beamte nicht streiken. Und das hat, wie man sieht, durchaus seinen Sinn gehabt. Der Staat, aber auch das Unternehmen, haben sich erpressbar gemacht. Und gerade jetzt, im von Corona wirtschaftlich gebeutelten Land, das zarte Pflänzchen der Erholung der Wirtschaft mit aller Macht zu zertrampeln, zeugt von absoluter Gewissenlosigkeit des Herrn Weselsky. Denn soweit liegen die Forderungen der GDL und das Angebot der Bahn nun auch wieder nicht auseinander. Aber Vernunftgründen war dieser Mann ja noch nie zugänglich. Man kann nur hoffen, dass die Mitglieder der GDL wach werden und Herrn Weselsky dorthin schicken, wo er hingehört: in die Wüste.

Andreas Schwarz

Mühldorf

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