Der Fußball steht an einem Scheideweg

Zum Kommentar „Deutschland dreht durch“ (Politikteil):

Deutschland dreht keineswegs durch, die Presse berichtet meist nur in Schwarz oder Weiß und das ist nicht zielführend. Was mir völlig zu kurz kommt, ist die Tatsache, dass die Ultras zwischenzeitlich eine viel zu große Macht innerhalb der Vereine haben und ihre Rolle auch als angeb liche „Stimmung-Macher“ einseitig ausnutzen. Viele Vereine in den Bundesligen haben dieses Problem entweder schöngeredet oder schlicht und ergreifend jahrelang ignoriert. Dieses Fehlverhalten der jeweiligen Vereinsführung zusammen mit der Unfähigkeit des DFB führt letztendlich zu Vorkommnissen wie zuletzt in Hoffenheim. Was die ganze Angelegenheit der fürchterlichen Beleidigungen eines Ehrenmannes wie Hopp noch schlimmer macht, ist, dass es sich hierbei um eine abgesprochene konzertierte Aktion einiger Vereine handelt. Jetzt sage bloß keiner der Fanbeauftragten der jeweiligen Vereine, er hätte davon nichts gewusst. Dann nämlich hat derjenige seinen Job einfach nicht im Griff. Wie immer man es dreht oder wendet, am Ende werden wohl nur drakonische Strafen helfen: Stadionverbote, notfalls ganze Ultra-Gruppen aussperren und aus dem Verein ausschließen. Als letztes Mittel bleibt dann nur der Spielabbruch mit all seinen auch ungerechten Ergebnissen. Der Fußball ist an einem Scheideweg angekommen und darf sich nicht einigen wenigen unterordnen. Auch die 95 Prozent der vernünftigen Fans in den Stadien könnten ein Zeichen setzen und das Stadion mal für sagen wir zehn Minuten verlassen. Mal sehen, was dann die Stimmung durch die Ultras noch bringt.

Volker Miersch

Bad Feilnbach

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