Freitod nicht verteufeln

Zum Bericht "Schweizer Modell für den Tod" auf der Seite "Weltspiegel":

Die Art und Weise, wie in Deutschland dieses zutiefst persönliche Thema und die damit verbundenen Entscheidungen speziell von den Kirchen beschlagnahmt werden, widerspricht dem Selbstbestimmungsrecht des Einzelnen. Zum Glück hat sich Dignitas auch den Menschen geöffnet, die nicht sterbenskrank sind und für die der Freitod die medizinische Erlösung schlechthin ist. Die Organisation hilft auch Menschen, die sich für den "Bilanzsuizid" entschieden haben.

Diese Menschen haben über einen langen Zeitraum für sich die Entscheidung getroffen, freiwillig und geordnet aus dem Leben zu scheiden. Sie sind weder seelisch noch im medizinischen Sinn krank. Sie haben ganz einfach ihr Leben gelebt. Dann ist es doch der bessere Weg für den Suizidär, in die Schweiz zu fahren, statt es in Deutschland mit einer ungewissen Prozedur zu versuchen.

Wenn sich jemand letztendlich für einen Suizid entschieden hat, dann geht es doch nur noch um das Wie. Ist es uns lieber, den Erhängten irgendwo aufzufinden? Zur Würde des Menschen gehört auch ein würdevoller, selbstbestimmter Tod.

Dieter Hofrath

Rosenheim

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