Frauen für die Kirche

Zu den Berichten „Rekord bei Kirchenaustritten“ und „Man nannte sie Mägde“ (Politikteil)

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Corona hat viele Menschen weiter von der Amtskirche mit den Abstandsregeln entfernt. Vielleicht waren diese Menschen aber auch enttäuscht über die Kirche, die brav den Vorschriften der Gesundheitsämter Folge leisteten. Bei allem Verständnis für die Eindämmung der Pandemie fehlten mir Kreativität und fester Wille der Kirche, ihre Gläubigen nicht in der Not alleine zu lassen. Einzelne Beispiele waren Osterweihe auf der Straße, Messen auf öffentlichen Plätzen, Besuche von Altenheimen über Fenster- und Balkonkontakt von Seelsorgern.

Wo war die Kirche, als die Menschen in ihrer Not Halt und Hoffnung brauchten? Wer hat das Leid der Isolation gesehen und investierte Geld und Zeit, um einen Ausweg zu suchen? In der Regel waren es Menschen aus unserer Mitte, die über Nächstenliebe und ein Auge für die Not verfügen. Diese Talente sind vor allem bei Frauen zu finden. Warum dürfen die Frauen nicht die Diakonweihe erhalten? Die Urkirche hatte viele Verheiratete, Frauen und nicht hochgebildete Leute, die der Kirche erst Leben eingehaucht haben. Den dritten Weg außerhalb von Kirche, Orden, Ehelosigkeit und päpstlichem Recht suchten damals Frauen in der „Vereinigung katholischer Diakoninnen“. Erzbischof Faulhaber segnete die Frauen, aber auch er scheiterte an der Kurie mit der Diakonweihe. Was ist mit der Bewegung „Maria 2.0“ geworden? In Demut und Stille dürfen die Mägde der heiligen Kirche unter lateinischen Namen ihrer Berufung nachgehen.

Bischof Reinhard Marx ist mit dem synodalen Weg und mehr Öffnung zum Priestertum gescheitert. Auch Papst Franziskus ist deutlich stiller geworden. Ohne Akzentverlagerung in der Amtskirche hin zum Menschen und Gleichstellung der Frau sehe ich eine düstere Zukunft für die Kirche als Glaubensinstitution.

Augustin Neureuther

Beyharting

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