Fragwürdiges Experiment

Zu "Junior-Knoff-Hoff" im Bayernteil:

Ihr Bericht hat mich gefreut. Es wird hierin über eine Idee und die entsprechenden Experimente junger Forscher berichtet, das Höhengefälle des Toiletten-Spülwassers zukünftig mit Miniturbinen energetisch zu nutzen. Dies ist äußerst lobenswert, denn auf dem Energiesektor kann man eigentlich gar nicht zu viel erfinden.

Ich habe diesen interessant klingenden Ansatz für einen konkreten Fall durchgerechnet und komme auf folgendes Ergebnis: Legt man eine durchschnittliche Fallhöhe von zehn Metern zugrunde (erstes bis zweites Stockwerk) und eine Spülwassermenge von zehn Litern, dann müsste man sage und schreibe 3360-mal aufs stille Örtchen gehen, um beispielsweise diejenige Energie zu gewinnen, die man bräuchte, um zehn Liter Wasser von 20 Grad Celsius zum Kochen zu bringen. Hierbei ist noch nicht berücksichtigt, dass der Wirkungsgrad einer solchen Miniturbine deutlich unter 100 Prozent liegt und das Wasser erheblich verunreinigt sein kann, also für den Turbinenbetrieb nicht jedes mal geeignet wäre.

Ich erwähne das nicht, um unseren jungen Erfindern den Mut zu nehmen, im Gegenteil! Wir brauchen unvoreingenommene Querdenker, müssen sie fördern und fundiert ausbilden, um sie schließlich mit technischem Wissen zielstrebig und erfolgreich in die richtige Richtung marschieren zu lassen. Mit solider Theorie im Gepäck lässt sich in einem frühen Stadium die Spreu vom Weizen trennen - und das wiederum hilft, wertvolle Energie zu sparen!

Prof. Dr. Rainer Vettermann

Nußdorf

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