Fragwürdige Rettungsaktion für den Stadtplatz

Zur Sanierung des Stadtplatzes in Neumarkt-St. Veit (Berichte im Lokalteil:

Einige Bürger fühlen sich berufen, den schönen Neumarkter Stadtplatz retten zu müssen. Rettung ist immer dann angesagt, wenn Not herrscht oder eine Gefahr droht. Wer oder was bedroht also den Stadtplatz? Offensichtlich geht nach Meinung der „Retter“ die Bedrohung von einem Beschluss des Neumarkter Stadtrats vom November 2019 aus. Der hat sich zum Ziel gesetzt, den Stadtplatz den Bedürfnissen der Zeit anzupassen und ihn zu sanieren. Immerhin wurde der Beschluss einstimmig gefasst. Das war bestimmt kein Schnellschuss. Es gingen jahrelange Beratungen und Abstimmungen voraus, alle Argumente wurden abgewogen, es wurde gerechnet und geprüft und alle Fachexperten wurden gehört. Schön soll er werden, der Stadtplatz. Darüber besteht Einigkeit. Fraglich ist, was schön ist. Gilt wirklich die Formel der „Retter“: Je mehr Parkplätze, desto schöner der Stadtplatz? Sind viele Parkplätze wirklich schön, charmant und gar historisch? Über eine andere Frage besteht grundsätzlich Einigkeit. Das Stichwort heißt „Aufenthaltsqualität“. Gemeint ist: Auf einem Stadtplatz sollte man sich auch gern aufhalten. Dafür ist er ein Platz. Das Ratsbegehren macht ernst mit dieser Forderung und plant mehr Grün im Parkplatzgrau. Es ist wichtig, das Pflaster in natura gesehen zu haben, das eingebaut werden soll. Es ist auch gut zu wissen, dass Fördergelder konkret zugesagt sind. Es ist überzeugender, ein Bild des künftigen Stadtplatzes gesehen zu haben, als es sich vorstellen zu müssen.

Und nicht zuletzt ist es vorzuziehen, wenn Experten bei der Planung am Werk sind. Ein weiteres Hi nauszögern der Sanierung ist nicht zumutbar. Daher keine halben Sachen und keine Experimente. Ratsbegehren!

Heinz Heimerl

Neumarkt-St.Veit

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