Forderung nach gerechtem Rentensystem

Zur Diskussion über die Zukunft der Rentenversicherung (Artikel "Rentenstreit und kein Ende", Berichte und Kommentare im Politikteil):

Wofür steht Kanzlerkandidat Steinbrück? Er steht für die Absenkung des Rentenniveaus auf 43 Prozent und für die Agenda 2010. Im Parteiprogramm der SPD steht aber, dass die Rentenversicherung auf alle Erwerbstätigen ausgedehnt werden soll, auch setzt sie auf eine betriebliche Altersvorsorge. Diese verpflichtende betriebliche Altersvorsorge hat die "Arbeiterpartei" SPD bis heute nicht auf die Beine gebracht. Beides sind Luftnummern. Die Grünen wollen die Rentenversicherung in eine Bürgerversicherung umwandeln. Auch sie wollen die betriebliche Altersvorsorge ausweiten - auch hier nur blauer Dunst! Diese beiden Parteien haben in ihrer Regierungszeit keinen Ton darüber verlauten lassen, dass sie etwas ernsthaft verändern wollen. Bei den anderen im Bundestag vertretenen Parteien, die Linke ausgenommen, ist über Altersvorsorge nur Wischi-waschi zu lesen. Den Wählern, besonders den abhängig Beschäftigten und Rentnern sei empfohlen, sich den Wahlzettel genau anzuschauen und eine Partei zu wählen, die ein gerechtes Rentensystem vertritt. Nur so wird wirklich gegen die Altersarmut angegangen.

Holger Mairoll

Kolbermoor

Politiker haben ein Problem: Sie trauen sich nicht, die volle Wahrheit zu sagen, weil sie gewählt werden wollen. Wohltuende Ausnahme ist zum Beispiel Altkanzler Helmut Schmidt, weil er nicht nach der Gunst der Wähler schielen muss. In den letzten Jahrzehnten wurden die Rentenkassen veruntreut. Unvorstellbare Summen wurden zweckentfremdet ausgegeben. Dass unser Land trotzdem noch gut dasteht, ist dem Fleiß seiner Bürger zu verdanken. Es darf deshalb nicht sein, dass manchen von ihnen die Altersarmut droht. Dass die Lebenserwartung der Bevölkerung steigt, ist erfreulich. Dabei darf aber die Lebensqualität nicht auf der Strecke bleiben. Es hat nichts mit Neidhammelmentalität zu tun, zu sagen, dass Wohlhabende, Besserverdienende und überdurchschnittliche Rentenempfänger solidarisch einen Beitrag leisten sollen.

Sebastian Springer

Schalldorf

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