Flächenverbrauch: Endlich Grenzen setzen

Zur Berichterstattung über das Thema „Flächenverbrauch“:

Die Waldfläche in Bayern geht zurück, was überwiegend auf die Bautätigkeiten für Gewerbeflächen, Sportanlagen und Infrastrukturen im Verkehrswesen zurückzuführen ist.

Besonders missfällt mir, dass im Bereich des gewerblichen Bauens mit dem Grundverbrauch Schindluder getrieben wird. Wenn ich die in den vergangenen Jahren in unserer Region ausgeführten Baumaßnahmen ansehe, bei welchen riesige ebenerdige Hallen und Parkplätze ohne Rücksicht auf Verlust und Kosten des wertvollen Grunds und ohne Rücksicht auf die Zukunft unserer Kinder hingestellt wurden, kommt mir das Grauen. Bayernweit wird dieser Sachverhalt nicht anders sein. Obwohl vonseiten der Regierung immer von der Eindämmung des Grundfraßes gesprochen wird, tut sich nichts. Deswegen ist ein sofortiges Umdenken bei der Regierung und der Wirtschaft erforderlich, um endlich Grenzen zu setzen. Zum Beispiel, dass bei größeren Baumaßnahmen nur eine Genehmigung erteilt wird, wenn die Parkplätze als Tiefgarage unter der bebauten Fläche und zusätzlich Verkaufsflächen im Obergeschoss eingeplant sind. So können 50 Prozent der bebauten Flächen eingespart werden. Hier sind die Architekten gefragt, in Zukunft ein passendes Hallensystem zu entwickeln, damit nur noch die Hälfte des Grundes verbraucht wird. Was mir am Baugesetz besonders missfällt, ist, dass die Behörden beim Wohnungsbau einen Ausgleichsgrund verlangen, was den kleinen Häuslebauer oft in Schwierigkeiten bringt. Das Wort „Ausgleichsgrund“ ist wohl eine Augenauswischerei. Denn wir haben nur eine Erde, auf der wir den Grund nicht vermehren können. Es sei denn, wir können in Zukunft auf den Mond etwas zukaufen. Das hört sich genauso utopisch an, wie das Wort „Ausgleichsgrund“.

Josef Fenninger senior

Weibhausen

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