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Leserforum

Finanzsystem fern der Realwirtschaft

Zum Bericht „Inflationsrisiken nicht verharmlosen“ (Politikteil):

Die Politik der EZB und der FED besteht spätestens seit der Finanzkrise von 2008 darin, die Finanzmärkte mit Liquidität zu versorgen, ohne von diesen zu verlangen, dass diese Gelder in Form von Krediten in die Realwirtschaft gehen müssen. Seit Nixon am 15.8.71 das Bretton Woods System von Franklin D. Roosevelt beendet hatte, entfernt sich das westliche Finanzsystem immer weiter weg von der Realwirtschaft.

Die massive Liquidität auf den Finanzmärkten schlägt nun immer mehr in die Realwirtschaft durch. Die stark steigenden Energiekosten sind also nicht das Ergebnis einer anziehenden Konjunktur, sondern das Ergebnis, dass die Liquidität in Bereiche der Immobilien, Rohstoffe und Lebensmittel geht. Die EU verschärft das Problem noch dadurch, dass sie langfristige Lieferverträge mit Staaten wie Russland über die Lieferung von Gas ablehnt und den Preis für Gas vom Spotmarkt in Amsterdam festlegen lässt. Die Finanzmärkte kaufen dort ein Vielfaches der für den Verbrauch nötigen Mengen und treiben so die Preise immer weiter in die Höhe.

Um dies zu beenden, muss als Erstes das Trennbankensystem von Franklin D. Roosevelt eingeführt werden, das heißt, Geschäfts- und Investmentbanken müssen 100 Prozent getrennt sein. Außerdem muss die Spekulation mit Rohstoffen und Lebensmitteln verhindert werden, indem man langfristige Verträge zwischen Staaten abschließt und nicht den Markt die Preise bestimmen lässt. Ein weiterer Preistreiber ist die Einführung eines Marktes für CO2-Zertifikate. Beim Klimagipfel in Glasgow haben Vertreter aus Afrika erklärt, dass sie nicht bereit sind, auf die sichere und billige Kohleenergie zu verzichten. Auch China, Indien und Russland sind nicht bereit, ihre Wirtschaft für eine fiktive Klimakatastrophe zu opfern.

Gerald Strickner

Kolbermoor

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