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Fehlentscheidungen beim Projekt Brenner-Nordzulauf

Zur Berichterstattung über den Brenner-Nordzulauf (Rosenheim und Region):

Mit großer Zustimmung habe ich die beiden Leserbriefe der Herren Helmut Enzinger und Roland Feindor gelesen. Wie schon lange bekannt, ist die vorhandene Schienentrasse völlig ausreichend für über 100 weitere Züge pro Tag – sowohl hin wie zurück. Warum wird dies für die dringend notwendige Verlagerung des Lkw-Verkehrs auf die Schienen nicht genutzt, anstelle einer teuren Nordumfahrtrasse speziell für einige ICE-Flitzer?

Viel besser wäre es doch, die täglichen Möglichkeiten für Güterzüge mit Lkw-Beladung zu nutzen. Je Zug mit 15 Güterwaggons könnten 30 Lkw beziehungsweise Container (Aufleger) befördern. Das wären 3000 Lkw pro Tag, in beiden Richtungen zusammen 6000. Warum denkt bei der Bahn und in der Politik niemand daran? Gewiss braucht es dafür Verladerampen mit Hebekränen sowie etwa 6000 Güterwaggons und mehrere Hundert weitere Lokführer (vor wenigen Jahren fehlten der Bahn bereits über 40 Lokführer). Warum hören wir nichts dazu?

Paul A. Rohkst

Kolbermoor

Wozu Opfer für ein Neubaustrecke? Wir sollten alle mit unseren privaten Interessen zurückzustehen, wenn es das Gemeinwohl erfordert. Das gilt sogar für die Landwirte, die wegen einer möglichen neuen Bahntrasse um ihre wirtschaftliche Existenz bangen. Voraussetzung ist aber, dass die neue Trasse notwendig und geeignet ist, die verkehrliche Misere des Güterverkehrs zu beheben. Beide Voraussetzungen fehlen bei der geplanten Neubaustrecke. Eine neue Strecke erscheint nicht notwendig, weil es bessere Alternativen gibt: Wenn der unglaubliche Umwegverkehr über den Brenner reduziert und die Bestandsstrecke mit neuer Signaltechnik ausgestattet wird, kann man noch weniger als heute von Kapazitätsengpässen auf der Schiene sprechen. Wegen Qualitätsmängeln in der Schienen-Logistik ist der Güterverkehr auf der Schiene für die meisten Unternehmen keine gleichwertige Alternative zur Straße. Ein Ausbau der Schienenkapazität ändert daran nichts.

Der Schlüssel für eine Lösung der Probleme und Streitigkeiten beim Brenner-Transit liegt bei der Politik. Sie muss die Fehlentwicklungen und Fehlentscheidungen der vergangenen Legislaturperioden korrigieren. Als krasse Fehlentscheidung sehe ich zum Beispiel die Aufnahme eines neuen Brenner-Nordzulaufs in die Projekte mit oberster Priorität, ohne die Potenziale der Bestandsstrecke überhaupt zu prüfen. Sicher ist es nicht leicht, mit den anderen Alpenländern die Rahmenbedingungen so zu setzen, dass Umwegverkehr weitestgehend vermieden und der Brenner damit entlastet wird. Energie-, klima-, verkehrs- und finanzpolitisch ist eine europäische Kooperation aber geboten. Die für die Neubaustrecke veranschlagten Milliarden können dem Gemeinwohl und dem Bahnverkehr an anderer Stelle tatsächlich nutzen.

Hermann Biehler

Rosenheim

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