Fehlbesetzungen haben Tradition

Zum Leserbrief von Dr. Helmut Polder („Entlassung von Gesundheitsministerin Melanie Hummel“):

Typisch für Politik der Angst und Meinungsgleichschaltung sind Versetzungen erfahrener Experten wie von Dr. F. Pürner, dem Gesundheitsamts-Chef in Aichach Friedberg und der Gesundheitsministerin Melanie Hummel. Als Ärztin brannte sie für ein optimales Gesundheitssystem und ist bestimmt fachkompetenter, als der „Neue von Söders Gnaden“.

Dass CSU-Chefs und Ministerpräsidenten statt Fachkompetenz eher Fehlbesetzungen riskieren, hat Tradition. Beispiele: Auf Ilse Aigner folgte Christian Schmid ins Landwirtschaftsministerium, der das ersatzlose Ende der EU-Milchmengenregelung und somit ein Dauertief bei Erzeugerpreisen ebenso verursachte wie die weitere Glyphosat-Zulassung.

Statt zum Landwirtschaftsminister wurde Tierarzt Dr. Marcel Huber aufs Abstellgleis degradiert – was Melanie Hummel, weil weiblich, erspart blieb. Sie kann Europaministerin bestimmt besser, als die „prägenden“ Vorgänger: Erwin Huber, Eberhard Sinner und Markus Söder.

Letzter besticht durch „schulmeisterliche“ Medien-Dauer-Präsenz, was von seinen Fehlern ablenkt. Das sind unter anderem: Riedberger Horn-Eiertanz, Pkw-Maut-Debakel, EEG-Vollbremse (unter anderem 10H-Windkraftverhinderung), Mega-Freilandzersiedlung und Flächenfraß, Wirecard-Blindheit. Erwin Huber war als Verkehrs- und Energiewendebremser, Atom- und WAA-Fan eher nicht Bürger- und umweltfreundlich. Als Eberhard Sinner 2001 Minister für Gesundheit und Ernährung war, wurde die deutsche BSE-Krise erfunden.

Wenn Melanie Hummel aus den Fehlern der „prägenden“ Vorgänger gelernt hat, kann sie fruchtbare Arbeit zum Wohle aller EU-Bürger machen, wenn man sie lässt!

Sebastian Sonner senior

Reichertsheim

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