„Fegefeuer“ zu pauschal

Zum Bericht „Ein kaltes Fegefeuer“ (Titelseite):

Mit Interesse habe ich den Artikel gelesen, da auch mein Vater und damit unsere Familie über das Lager PEW No.26 nach Bruckmühl gefunden hat. Er wurde 1945 von den Amerikanern an das Krankenhaus Bruckmühl „ausgeliehen“, um dort als Arzt auszuhelfen. Mir missfällt allerdings der pauschalisierende Ausdruck des „Fegefeuers“. Es ist richtig, dass die Wehrmacht im Osten Grausamkeiten an der Bevölkerung und an den russischen Kriegsgefangenen anrichtete. Doch kann man diese Sünden allen rückgekehrten Soldaten, die in Bad Aibling letztendlich zusammengepfercht wurden, anlasten?

Fegefeuer bedeutet die Buße für seine Sünden. Ich glaube nicht, dass dieses Pauschalurteil hier gerechtfertigt ist. Ihr Text differenziert meines Erachtens zu wenig zwischen Soldaten und „Schergen des Nazi-Regimes“. Viele, wahrscheinlich die meisten der Soldaten, wurden nicht freiwillig in diesen absurden Krieg gezwungen. Natürlich gab es auch Fanatiker, Sadisten und Gewaltverbrecher unter ihnen. Doch ein Pauschalurteil ist hier fehl am Platz, auch wenn es indirekt ist.

Josef Staudt

Bruckmühl

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