Familiengerechtigkeit bleibt auf der Strecke

Zum Bericht „Das ändert sich im Jahr 2021 bei Kindergeld, Elterngeld & Co.“ (Geld & Markt):

Die Erhöhungen im Bereich der Unterhaltspflicht sind bedingt durch die Kostensteigerungen (Mieten etc.) notwendig. Auch insbesondere Alleinerziehende werden dabei noch stärker entlastet. Dies entspricht grundsätzlich einer familienfreundlichen Gesellschaftspolitik.

Nun gibt es aber auch viele Trennungen von Ehen. Diese negativen sozialen Entwicklungen mit reduzierter finanzieller Leistungsfähigkeit als Folge, gilt es zu stabilisieren. Dies ist eine staatliche Fürsorgepflicht und gleichzeitig eine hohe Leistungsbereitschaft der Gesellschaft. Ist damit eine soziale Ausgewogenheit hergestellt? Ein klares Nein! Der Staat unterstützt außer Familien auch die vielen Alleinerziehenden. Aber es gibt auch die vom Staat „Alleingelassenen“, die Unterhaltspflichtigen! Diese Gesellschaftsgruppe, die weder in der Politik noch in den Medien in Erscheinung tritt, trägt weiterhin eine familiäre Verantwortung mit finanzieller Leistungsbereitschaft (Düsseldorfer Tabelle). Der Staat kassiert bei der Trennung bei diesen vom Staat „alleingelassenen“ Unterhaltspflichtigen auch noch kräftig ab! Hier wird ganz einfach die Steuerklasse korrigiert und schon sind einige Hundert Euro weniger in der Tasche. Dass hier ganz schnell die Grenze zum notwendigen Lebensunterhalt bei den Unterhaltspflichtigen erreicht wird, geht an der Gesellschaft vorbei.

Somit leisten die Unterhaltspflichtigen – einschließlich den Leistungen gemäß der Düsseldorfer Tabelle – mindestens finanziell den gleichen Beitrag wie als Ehepartner. Immerhin erfolgt die Versorgung und die damit verbundene Betreuung von Kindern an 111 von 365 Tagen im Jahr durch den Unterhaltspflichtigen in der Regel. Sie werden aber trotzdem vom Staat finanziell, noch zusätzlich zur Kasse gebeten. Somit bleibt die staatliche Familiengerechtigkeit auf der Strecke.

Ernst Biermaier

Stein

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