Im falschen Film

Zum Bericht „In allen Wahlgängen gescheitert: Nur eine Frau auf grüner Liste“ (Lokalteil):

Geh‘ mal nach Neumarkt-St. Veit, dachte ich, da wollen die Grünen in den Stadtrat. Aber wo war ich gelandet? Schon von den Vorstellungen der Bewerber um die Listenplätze war ich schwer beeindruckt: Döring, der dann auf Listenplatz eins landete und sozusagen über Nacht ergrünte, nachdem er bei der CSU auf Platz 17 von 20 landete, erklärte dem Publikum lang und breit den Unterschied zwischen Wetter und Klima und war sich ganz sicher, dass man auch in der Rott Plastik finden könne. Der Weinimporteur beklagte, dass in Australien die Weinberge seiner Lieferanten abbrennen, und die einzige später gewählte Frau beließ es bei der Nennung von Name, Wohnort, Beruf und der Angabe, dass sie Mutter sei. Der türkischstämmige Gastronom erklärte, dass er am Stadtplatz einen Dönerimbiss, einen Spielsalon und eine Eisdiele betreibe und deshalb in den Stadtrat müsse. Klimawandel und Plastikmüll fanden alle doof, über die Motive, warum man grüne Politik im Rathaus machen will, habe ich nichts erfahren. Außer von der Kandidatin, die mit einem System, das an Duma-Wahlen in Moskau erinnerte, von der Liste gemobbt wurde: Sie will grüne Kernthemen ins Rathaus tragen und in Neumarkt-St. Veit Frauenpolitik machen und ein Frauen-Café einrichten. Man hört, dass ausgerechnet diese Dame schon lange Mitglied der Grünen sei, alle anderen sind wohl erst ganz kurzfristig der Partei beigetreten, andere kommen aus der CSU, was ja an sich nicht zu kritisieren ist. Aber so? Wenn vielleicht drei Kandidaten gewählt werden, wünsche ich dem künftigen Bürgermeister viel Spaß mit dieser qualifizierten Opposition!

Johann Harmsson

Altötting

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