Europa neu erfinden

Zur Berichterstattung über die Europa-Politik (Politikteil):

Wenn man etwas neu aufbauen will, muss man es vorher zerstören. Ob Merkel diesem philosophischen Grundsatz folgend, Europa neu aufbauen wollte, als sie ihre Entscheidungen in den Bereichen Finanzen, Energie und innere Sicherheit traf, ist für mich nicht einzuordnen. Den Beginn der Zerstörung Europas in der jetzigen Form hat sie dennoch eingeleitet. Ist Zerstörung per se schlecht? Wenn sich etwas in eine nicht gewünschte Richtung entwickelt, ist das grundsätzlich eine mögliche Alternative, manchmal auch die einzig richtige. Betrachtet man die bürokratischen Monstergebilde in Europa, wie sie sich in Jahrzehnten ausbreiteten, immer weiter wuchernd Milliarden Euro jährlich verschlingend, so ist dem Ansatz der Zerstörung durchaus Sympathie entgegenzubringen. Gewollt oder nicht, mit ihren Entscheidungen hat Merkel das darauf folgende Erdbeben ausgelöst. Mit dem neuen US-Präsidenten Trump hat sie einen Mitspieler gefunden, der allerdings sehr bewusst alles infrage stellt, was vorher als richtig galt. Für viele Menschen in der Politik und Wirtschaft ist diese Herangehensweise verstörend und sicherheitsraubend. Eingerichtet in ihren schönen Büros mit dicken Gehältern beharren sie auf dem Status quo, be- und verurteilen die alternativen Möglichkeiten der Gestaltung. Anstatt frischen Wind in ihr Denken zuzulassen, verkrampfen sie in alten, jahrelang entwickelten, verstaubten Denkmustern, werden dadurch selbst zu Auslaufmodellen. Europa wird sich neu finden müssen. Benötigt werden dazu Persönlichkeiten, die mit den notwendigen Fähigkeiten ausgestattet sind. Betrachtet man das derzeit verwaltende politische Personal in Europa und Deutschland, kann einem allerdings angst und bange werden.

Henryk Serwach Rohrdorf

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