Ethik – besser als Religionsunterricht

Zum Bericht „Ökumene im Klassenzimmer“ (Politik):

Dass sich 290 000 Schüler für Ethik entschieden haben, ist ein Fortschritt für unser aller Zusammenleben. Religion sollte mehr sein als fromme Sprüche. Gebetet haben wir 2000 Jahre lang – und alle Religionen haben auf ganzer Linie versagt.

Alle Religionen beten für den Frieden und dann wird das Gegenteil gemacht. Religion war der Hauptkriegsgrund in der gesamten Menschheitsgeschichte, Religion wird oft missbraucht und instrumentalisiert, um politische oder wirtschaftliche Interessen durchzusetzen. In jedem Menschen ist eine elementare Spiritualität angelegt mit Neigung zur Liebe, Güte, Mitgefühl und Zuneigung.

Evolutionswissenschaften kamen zu der Erkenntnis, dass wir Menschen nicht als Mitglied einer bestimmten Religion auf die Welt kommen, aber Ethik ist uns angeboren. Der Dalai Lama plädiert für eine ethische Bildung. Ethik geht tiefer und ist natürlicher als Religion. Er frage sich oft, ob es nicht besser wäre, wenn wir gar keine Religionen mehr hätten. Denn alle Religionen und Heilige Schriften bergen ein Gewaltpotenzial in sich. Man brauche daher im 21. Jahrhundert eine säkulare Ethik jenseits aller Religionen und zwar für alle (auch für die über eine Milliarde Atheisten und Agnostiker), die hilfreich und brauchbar ist. Ethikunterricht ist hilfreicher als Religion. Gefragt nach den Grundlagen einer säkularen Ethik antwortete der Dalai Lama: „Bildung, Respekt, Toleranz und Gewaltlosigkeit, mehr innere Werte.“

Gudrun Baumann-Sturm

Raubling

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