Es gibt keinen „Fußballgott“

Zur Berichterstattung über die deutsche Nationalmannschaft (Sport):

In meinen jungen Jahren habe ich Leichtathletik als Leistungssport betrieben. Die Leidenschaft für den Sport ist mir erhalten geblieben. Nach wie vor gilt mein besonderes Interesse der Leichtathletik, aber auch Skisport und Radrennen faszinieren mich. Mehrere Olympische Spiele, Welt- und Europameisterschaften sowie alpine Weltcuprennen durfte ich als begeisterter Zuschauer live miterleben. Den Sportteil der Zeitung lese ich jeden Tag. Dabei freue ich mich auch über die Leistungen im regionalen Sport und im Nachwuchssport. Aber ich lege den Sportteil sofort zur Seite, wenn ich auf den vorderen Seiten angekommen bin und auf den Profifußball treffe.

Dies ist wirklich eine andere Welt! Was da immer wieder über Fehlverhalten außerhalb der Rasenflächen und Korruption zu hören ist, hat mit der oft zitierten „Vorbildfunktion“ überhaupt nichts zu tun. Ganz zu schweigen vom begleitenden Hooligan-Unwesen! Hier ist auf der Grundlage überhöhter Einnahmen eine Parallelgesellschaft entstanden, deren Selbstüberschätzung, unterstützt von oft überzogenen Presseberichten, unerträglich geworden ist. Da vergreift man sich sogar am Bereich des Glaubens und maßt jemandem den Titel „Fußballgott“ zu. So etwas gibt es in keiner anderen Sportart. Der Artikel am 13. November „Ein Halleluja für Löw“ leistet einen ähnlichen Beitrag. Ist unsere Gesellschaft wirklich schon so weit abgedriftet, dass niemand mehr weiß, was „Halleluja“ bedeutet, nämlich „Gelobt sei Gott!“?

Prof. Dr. Hilmar Mund

Brannenburg

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