Erziehungsmethoden überdenken

Zum Beitrag "Mutterseele allein" auf der Blickpunkt-Seite:

In dem Artikel wird vor allem auf die Seite der Eltern aufmerksam gemacht. Die Seite der erwachsenen "Kinder" wird nur beiläufig behandelt. Meiner Erfahrung nach würde es vielen Eltern helfen, wenn sie sich einmal in die Rolle der "Kinder" hineindenken und ihr Verhalten bewusst reflektieren würden. Seitens von Eltern fällt aber immer wieder der Satz: "Wir wissen nicht, was wir falsch gemacht haben".

Es liegt oft daran, dass manche Eltern in ihren erlernten Strukturen aus vergangenen Tagen gefangen sind: Sie wenden erlernte Verhaltensweisen, Einstellungen und überholte pädagogische Methoden an, die sie selbst in ihrer Kindheit erfahren haben.

Viele Kinder beginnen als Erwachsene, Erlebnisse aus ihrer Kindheit zu hinterfragen und Strukturen in Frage zu stellen, was Ablehnung, Konflikte oder sogar Ausschluss aus der Familie auslösen kann. Viele verarbeiten ihre negativen Erlebnisse und handeln anders als ihre Eltern. Andere wiederum wollen nicht reflektieren, da man ja auf negative Dinge stoßen könnten. Diese negativen Erfahrungen lassen sich nicht löschen, gibt ihnen als Eltern aber noch lange nicht das Recht, diese überholten und fragwürdigen Methoden an ihre Kinder weiter zu geben. Respekt ist meiner Meinung nach ein wesentlicher Bestandteil im Konflikt zwischen "Kindern" und Eltern. Viele Elternteile können nicht richtig loslassen und sehen ihre Kinder "immer" als Kinder. Aber auch Kinder werden erwachsen. Die Ebene ändert sich. Irgendwann stehen die Kinder auf gleicher Ebene mit ihren Eltern. Manche sind meiner Erfahrung nach mit dieser Situation überfordert. Im schlimmsten Fall findet ein Rollentausch statt, oft früher als es für die Entwicklung des "Kindes" gut ist. Oftmals bleibt den "Kindern" keine andere Wahl, als der Kontaktabbruch, um ein entspanntes Leben führen zu können. Auch für mich und meine Familie war es die beste Lösung.

Markus Königseder

Reichertsheim

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