Ernsthafte Sorge umdie Muttersprache

Zum Bericht „Ärger um Corona-Bescheid“ (Lokalteil)

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Der Vorgang um unverständliche amtliche Corona-Bescheide zeigt beispielhaft, wie es um unsere Muttersprache steht. Wie kommt eine Behörde dazu, die Vorschrift der deutschen Amtssprache zu missachten, wer wurde zur Rechenschaft gezogen? Geradezu empörend ist die Stellungnahme des Bayerischen Innenministeriums, dass sich die Firma Eurofins an den Bedürfnissen des internationalen Reiseverkehrs orientiert hat, quasi als Entschuldigung, dass man sich nicht am deutschen Bürger, sondern an einer Minderheit ausrichtet.

Die weiteren Anmerkungen des Ministeriums sind eine Frechheit. Es genügt ja, wenn die Leser des amtlichen Bescheids diesen interpretieren können. Außerdem bestehe ja die Möglichkeit, sich den Bescheid vom Hausarzt erklären zu lassen! Die Ärzte haben entsprechend reagiert. Aber was ist das für eine Denkweise in den Amtsstuben?

Obwohl Deutsch eine der drei Amtssprachen und die meistgesprochene Sprache in der EU ist, wird dies ignoriert. Wenn dann bei uns Warnhinweise in Englisch ohne Deutsch erlaubt sind, wird es brandgefährlich. Sollte mir deswegen etwas passieren, würde ich sofort klagen.

Völlig unverständlich ist auch, wie einzelne Firmen (wie VW) oder Personen die Sprachhoheit bestimmen dürfen. Wenn ein Universitätsrektor bestimmen kann, in welcher Sprache deutschen Studenten an einer deutschen Universität, die von uns deutschen Steuerzahlern unterhalten wird, gelehrt wird, dann wird toleriert, dass deutsche Studenten diskriminiert werden. In englischer Sprache hätte ich mein Studium nicht geschafft. Gehört so etwas nicht ins Parlament? Gehört der Gebrauch der deutschen Sprache nicht ins Grundgesetz? Das ist nur noch mit Faulheit, Angeberei, Anpassungszwang und Dummheit zu erklären.

Manfred Becker

Bad Aibling

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