Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Erinnerungskultur wichtig

Zu „Kein weiterer Ausbau der Gedenkstätten“ (Leserbrief von Thomas Göldel):

Mit Unverständnis habe ich den Leserbrief zur Kenntnis genommen. Darin kritisiert der Leserbriefschreiber den seiner Ansicht nach „inflationären Ausbau“ der Gedenkstätten zu den Gräueltaten des Zweiten Weltkriegs und die angebliche „Ablehnung der Jugend“, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen.

Diesen Ansichten widerspreche ich heftig. Da Zeitzeugen absehbar nicht mehr die Geschehnisse authentisch schildern können, ist der Erhalt und die Gestaltung noch vorhandener Tatorte umso wichtiger. Wer vor Ort erlebt, wohin fehlgeleiteter Nationalismus und Rassismus führen können, wird überzeugter für unsere freiheitliche Demokratie eintreten und sie an die nächste Generation weitergeben. Empirische Untersuchungen haben gezeigt, dass rund die Hälfte der Jugendlichen durchaus an der NS-Geschichte interessiert sind und die gilt es, als Multiplikatoren zu gewinnen. Im Sinne ehrlicher Erinnerungskultur ist es dabei wichtig, Jugendlichen ein empathisches Erinnern und emotionale Zugänge zu den geschichtlichen Ereignissen zu vermitteln. Man kann die Schuld früherer Generationen nicht übernehmen, aber man sollte darüber reflektieren, welche Konsequenzen man bereit ist, da raus für sich gesellschaftspolitisch zu ziehen.

Was Jugendliche aus meiner Heimatregion betrifft, so möchte ich das nicht hoch genug einzuschätzende Engagement von Schülern der Gymnasien Mühldorf, Waldkraiburg und Gars hervorheben. Sie haben viele beeindruckende Aktionen mit Unterstützung äußerst tatkräftiger Geschichtslehrer im Sinne gelebter Erinnerungskultur in der Vergangenheit initiiert.

Diese Jugendlichen ergänzen couragiert die „Erinnerungs-Arbeit“ vieler Ehrenamtlicher und von Institutionen und Vereinen, aber auch von durchaus engagierten Politikern.

Gert Hilger

Waldkraiburg

Kommentare