Enttäuschung über Missbrauchsstudie

Zum Kommentar von Claudia Möllers „Anti-Missbrauchsgipfel: Höchste Zeit für einen Wandel“:

Über die MHG-Studie kann man nur enttäuscht sein. Aber nicht, weil sie für die Strafverfolgung wertlos ist, sondern weil sie äußerst schlecht gemacht ist. Professor Lütz hat hierzu eine ausführliche Analyse abgegeben. Nur ein Beispiel: Die Zahl von 1670 Missbrauchstätern umfasst auch einen erheblichen Teil unbewiesener Aussage-gegen-Aussage Fällen und sogar strafanwaltlich dokumentierte Falschbeschuldigen. Dass der Kriminologe Pfeiffer jetzt nachtritt und die Bischöfe beschuldigt, Datenmaterial zurückgehalten zu haben, hat auch eine persönliche Vorgeschichte. Er nämlich war es, der an die Bischöfe herangetreten ist, um eine medienwirksame Studie zu erstellen – nachdem die seriöse Vorgängerstudie zu den Jahren 2000 bis 2010 wenig mediale Aufmerksamkeit erregte. Die Zusammenarbeit wurde bald beendet, aber das Projekt blieb: Die Öffentlichkeit zufriedenzustellen mit einer umfassenden Aufklärung. Diese wird allerdings nie gelingen.

Hans Stahuber

Bad Aibling

Kommentare