Energiewende sorgt für viel Ärger

Im Zeichen steigender Stromkosten. Karikatur Paulmichl
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Im Zeichen steigender Stromkosten. Karikatur Paulmichl

Zur "Energiewende" (Berichte im politischen Teil):

Was haben wir doch für geniale Politiker. Sie schaffen es doch tatsächlich, zwei Probleme durch raffiniertes Ineinander-Kombinieren zu lösen. Problem 1: Der Strompreis steigt wegen der völlig vergeigten Energiewende unaufhörlich. Hat nicht Mutti amtlich vor einem Jahr noch die Höhe der EEG-Umlage als angemessen und dauernd festgezurrt? Diese Umlage wird 2013 verdoppelt! Problem 2: Es gibt zu viele Langzeitarbeitslose. Und jetzt die umwerfende Lösung: Die Langzeitarbeitslosen werden zu "Energieberatern" umgeschult (bitte nicht lachen, ist tatsächlich angedacht) und tingeln von Haushalt zu Haushalt, um die unbedarften Stromkunden zu "beraten". Es klingelt, sie öffnen die Tür: "Guten Tag, ich bin ihr Energieberater. Herr Umweltminister lässt Ihnen ausrichten, dass sie gut daran tun, Ihre Elektrogeräte besser gar nicht erst einzuschalten. Dann verbrauchen die nämlich überhaupt keinen Strom. Darauf wären sie wohl selber nie gekommen, also seien sie dem Herrn Umweltminister recht dankbar." Man steht ergriffen vor so viel realpolitischer Kunst oder man ärgert sich krank über dieses hilflose und unfähige Herumeiern.

Hans Daxer

Marquartstein

Wie die Regierung unter Federführung von Minister Altmaier den Umbau der Energieversorgung verhindert und dabei auch noch massiv Geld von den Durchschnittsbürgern an wenige Konzerne umschichtet, ist eine einmalige Frechheit. Es sind eben nicht die erneuerbaren Energien, die zur Verteuerung des Stroms führen, sondern die Umlage der Rabatte für die Industrie auf die Privathaushalte. Allein diese über 2000 Fälle machten im vergangenen Jahr 8,6 Milliarden Euro aus! Die Industrie beteiligt sich an der Förderung der erneuerbaren Energien gerade mal zu 0,3 Prozent. Da gibt es Firmen, die bewusst zu viel Energie verbrauchen, um zu den energieintensiven Industrien gezählt zu werden. Statt diesen Skandal zu thematisieren, wird immer nur das Mantra vom teuren Öko-Strom zelebriert. Der Minister weiß, dass er sich dabei auf eine breite Lobbyfront verlassen kann. Nicht umsonst stehen bei jedem zweiten Öffentlichkeitstermin die Vorstandsvorsitzenden von RWE und Eon an seiner Seite. Um deren Kapital weiter zu blähen, ist ihm jedes Mittel recht. Dabei sind bezahlbare Alternativen durchaus machbar. Dazu gehören eine Vergesellschaftung der Energiemonopolisten, eine Dezentralisierung der Versorgung, Förderung und Ausbau der kleinteiligen Speichertechnologien.

Günter Ott

Waldkraiburg

Dass der Atomstrom günstig sei, ist die krasseste und unverschämteste Lüge aus zwei Jahrhunderten. Rechnet man endlich die Rückbau- und Entsorgungskosten dazu, dann wird aus dem "Goldesel" Nuklearenergie nämlich im Handumdrehen die teuerste Energiequelle überhaupt. In den deutschen Atomkraftwerken werden jährlich rund 450 Tonnen hochradioaktive abgebrannte Brennelemente erzeugt. Aber niemand weiß wohin damit. Erst seit 2011 werden die AKW-Betreiber mittels der Brennstoffsteuer an den Entsorgungskosten in einem nennenswerten Umfang beteiligt, der aber nur einen Bruchteil der realen Kosten abdeckt. Würden die entstehenden Entsorgungskosten tatsächlich auf den Atomstrom umgelegt, so wäre er unbezahlbar. Das bedeutet, dass der deutsche Steuerzahler nicht nur seinen Strom ohnehin doppelt bezahlt, sondern natürlich auch die Gewinne der Energieriesen mit Steuergeldern produziert. Dabei bleibt aber darüber hinaus die tödliche Bedrohung durch den strahlenden Atommüll nach wie vor ungeklärt. Ein wirkliches sicheres Endlager gibt es noch nirgendwo auf der Welt. Würden Wind-, Solar-, Bio- und Wasserkraftenergie in gleichem Maße subventioniert wie das beim Atomstrom der Fall ist - er wäre nahezu umsonst!

Theo Auer

Rosenheim

Ich möchte mich nachträglich bei all denen bedanken, die noch vor zwei Jahren gegen die Atomkraftwerke demonstrierten und "Abschalten" gebrüllt haben. Sie tragen eine Mitschuld an den nun explodierenden Strompreisen. Jetzt können die Politiker sagen: "Ihr habt es ja so gewollt, die Energiewende kostet eben viel Geld." Noch nie wurde es Politikern so leicht gemacht, einen Grund zu finden, um die Bürger noch mehr abzukassieren. Und sollte der Strom mal knapp werden, kann man ja immer noch Atomstrom aus Frankreich oder Tschechien für teures Geld zu kaufen!

Manfred Mikut

Edling

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