Auf den Energiemix kommt es an

Zum Bericht „E-Autos sind noch nicht CO2-sauber“(überregionaler Teil) und zum Leserbrief von Josef Wildburger:

Herr Wildburger scheint dem Irrtum zu unterliegen, dass Stromverbraucher, also auch Fahrer von E-Mobilen – außer bei eigener Stromerzeugung – reinen Ökostrom beziehen. Maßgebend hierbei ist immer der Energiemix, der (Stand 2019) in Deutschland aus 20 Prozent Braunkohle, 10 Prozent Steinkohle, 13 Prozent Kernenergie und 9 Prozent Erdgas, also in Summe 52 Prozent, bestand. (Der Rest, 42 Prozent, sind erneuerbare Energien).

Diesen Energiemix legen die vom ADAC beauftragte Studie, aber auch eine Studie des Umweltbundesamtes (UBA) zugrunde, wenn die CO2-Belastungen eines Diesel-Pkw und eines E-Autos verglichen werden. Hierbei ergibt sich, dass das E-Auto erst nach 219 000 Kilometern, bzw. nach 168 000 Kilometern (laut UBA) den Diesel-Pkw „überholt“. Bei 20  000 Kilometer Fahrleistung pro Jahr ergeben sich 8 bis 11 Jahre! Wahrscheinlich würde vor Ablauf dieser Zeit ein neuer Akku fällig. Dann wäre die CO2-Bilanz völlig beim Teufel.

Hinzu kommen bei der Akku-Herstellung höhere Feinstaubbelastung (+60 Prozent), höhere Wasserentnahme (+50 Prozent) als bei Verbrenner-Pkw sowie Ressourcenverbrauch und risikobehaftete Versorgungssicherheit bei Kobalt und seltenen Erden. Auch die nur für Stadt und Umland geeigneten Reichweiten und eine fragwürdige Stromversorgung bei gleichzeitigem Laden vieler E-Mobile sprechen nicht für die Letzteren. Und dass „jedes Dieselauto stinkt“, wie Herr Wildburger behauptet, halte ich für eine Unterstellung und kann von mir nicht nachvollzogen werden. Fazit: E-Mobile werden erst bei einem weiter verbesserten Strommix bezüglich CO2-Bilanz eine dauerhafte Lösung sein, bis Wasserstoffmotoren serienreif sind.

Dr. Klaus Carsten

Bernau

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