Von USA emanzipieren

Zum Kommentar „Verkehrte Welt“ von Alexander Weber (Politikteil):

Es verwundert mich keineswegs, dass viele Deutsche sich China zuwenden – und die USA nicht mehr mögen. Die meisten Menschen haben kein politisches Hintergrundwissen – und so setzen sich die aktuellen Nachrichten durch. Und den Eindruck, den Trump hinterlässt, ist unterirdisch.

Damit geraten alle anderen „Leistungen“ der USA in den Hintergrund. Wie würde die Welt wohl aussehen, falls die USA nicht weltweit militärisch präsent wären? Würden sich Russland und China ausgedehnt haben? Eine sehr ernste Frage! Aber haben die USA das Recht, den „Freunden“ vorzuschreiben, mit wem diese Geschäfte machen und mit wem nicht (beispielsweise Iran, Russland und auch China)? Man beruft sich immer auf die militärische Verbundenheit. Das ist richtig und wir müssen unseren Beitrag leisten. Sicherheit gibt es nicht umsonst. Aber hier wäre Europa gefordert – und dann könnte/müsste man selbst für die Verteidigungsfähigkeit sorgen.

Die USA versuchen permanent, NATO und Käufe amerikanischer Waffensysteme zu verknüpfen – wie etwa in Saudi-Arabien. China ist ein totalitärer Staat – keine Frage. Aber die Verbindungen dorthin haben sich so weit entwickelt, dass man die letzten 30 Jahre nicht zurückdrehen kann – nach beiden Seiten. Günstige Produkte von dort werden hier gerne gekauft – und unsere Autoindustrie würde ohne die Verkäufe in China kollabieren. Also sollten wir versuchen, unsere eigene Position zu verbessern. Dann sind wir in und mit Europa stark genug und müssen uns nirgends anbiedern. Aber das wird wohl ein Wunschtraum bleiben.

Volkmar Döring

Unterwössen

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