Eltern wollen nur das Beste für Kinder

Zum Bericht „Emotionaler Druck vor Übertrittszeugnis nimmt zu“ im Regionalteil:

2009 sprach der Chef des BLLV bereits von pervertiertem Lernen, denn da wurde vom Kultusminister beschlossen, dass die Kinder der vierten Klassen vor dem Übertritt, von September bis Mai, 22 Lernzielkontrollen ablegen müssen. Schon damals war abzusehen, welch einem enormen Druck die Schüler dadurch ausgesetzt sein würden.

Aber anstatt die Reißleine zu ziehen, wurde diese Methode - wie immer, wenn Unsinniges zur Profelierung einzelner Minister auf Biegen und Brechen durchgesetzt werden soll - als pädagogisch wertvoll verkauft. Auch ohne Studium wundert es mich im Gegensatz zu Schulpsychologin Fuchs gar nicht, dass psychosomatische Krankheiten bei Kindern auf dem Vormarsch sind, dass mit dem Nachwuchs gebüffelt wird und dass sich in den Kinderzimmern Tag für Tag Dramen abspielen. Nun aber die Eltern für die Misere verantwortlich zu machen, das schlägt dem Fass den Boden aus. Sie wollen für ihre Kinder nur das Beste, auch wenn die Methoden umstritten sind. Schon immer gab es Nachhilfeunterricht, früher wurde allerdings nur in höheren Klassen und über einen kurzen Zeitraum, um kleine Wissenslücken zu schließen.

Heute lebt ein ganzer Wirtschaftszweig davon, und er beginnt bereits im Grundschulalter, um Grundwissen zu vermitteln, wofür während des normalen Unterrichts keine Zeit bleibt. Der Staat wird somit seinem Bildungsauftrag nicht gerecht. Die Konsequenz aus Pisa war nicht etwa, wie in anderen Ländern, mehr Lehrer für individuelles Lernen einzustellen, sondern den Druck auf die Schüler zu erhöhen.

Karoline Brod

Stephanskirchen

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