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Elektrosmog: Gefahr oder Einbildung?

Montage neuer Mobilfunkmasten: Das damit verbundene Thema Elektrosmog beschäftigt unsere Leser.
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Montage neuer Mobilfunkmasten: Das damit verbundene Thema Elektrosmog beschäftigt unsere Leser.

Zum Interview mit Telefónica-Chef Markus Haas (Wirtschaftsteil) und zum Leserbrief von Bernhard Hanekamp („Elektrosmog kann Hormone, Chromosomen und Zellen beeinflussen“):

Im Interview behauptet der Telefónica-Chef: „Ich bin nun seit rund 25 Jahren in der Branche und kenne keine einzige Studie, die belegt, dass von Handystrahlung unterhalb der gesetzlich definierten Grenzwerte eine gesundheitsschädliche Wirkung ausgeht.“

Ich stelle dieser Behauptung die Aussage einer nach meiner Einschätzung seriösen Internetseite (mobilfunk-zukunft.de) gegenüber: „Die Behauptung, Gesundheitsschäden durch Mobilfunk und andere Hochfrequenzanwendungen seien nicht bekannt, widerspricht dem Stand der unabhängigen Wissenschaft: Mehrere Tausend Studien über vier Jahrzehnte weisen auf ernsthafte biologische Auswirkungen und gesundheitliche Schäden durch elektromagnetische Felder und Hochfrequenzstrahlung hin. Es lässt sich ein Muster beobachten: Nachdem eine unabhängig finanzierte Studie biologische Effekte gefunden hat, gibt die Mobilfunkindustrie eine oder mehrere „Gegenstudien“ in Auftrag, die keinen Zusammenhang finden. Staatliche Strahlenschützer ziehen dann daraus den Schluss, nachteilige Auswirkungen seien nicht bewiesen.

Zusätzlich verweise ich auf Henry Lai, Wissenschaftler, Forscher, Biotechniker und Autor des Reports „BioInitiative 2012“: Er hat Hunderte von Studien zu aktuellen Forschungen auf biologische Effekte hin zusammengefasst und die neuen Ergebnissen für 2020 dargestellt, die zeigen, dass bei der Mehrzahl (60 bis 90 Prozent) solche Effekte nachgewiesen wurden.

Klaus Kubitza

Samerberg

Einige Mitbürger führen bei ihren E-Smog-Gefahren immer wieder an: „kann sein, kann sein.“ Ich respektiere natürlich deren hausgemachten Kenntnisse.

Nach dem x-ten Mal werden daraus gern unerwartete Tatsachen. Aber Masse schafft noch lange keine Klasse. Die einzige Tatsache ist, dass sie die Gefährlichkeit von E-Smog nicht beweisen können. Umgekehrt geht es mir allerdings genauso.

Notwendig wären einschränkende Ergänzungen ihrer Überzeugungen mit „vielleicht, muss aber nicht sein“. In den Beipackzetteln von Medikamenten steht auch viel „kann sein“. Dabei werden aber wenigstens statistische Wahrscheinlichkeiten genannt, und keine variablen, subjektiven Eindrücke. Ja, ja ich weiß: „Es ist eindeutig bewiesen, dass...“.

Bei vielfältigen und langzeitigen Beobachtungen unter zufälligen und unbekannten Bedingungen (Zeit, Frequenz, Feldstärke) erkannte keiner der Probanden seine Fühligkeit zum rechten Zeitpunkt. Aber auch diese Feststellungen (um mehr handelt es sich nicht!) können wissenschaftliche Anforderungen nicht erfüllen. Das Problem der Individualität kann, Gott sei Dank, vorläufig noch nicht normiert werden. Da steckt eine Menge „Psycho“ dahinter, zusammen mit der Angst vor der bösen, unheilvollen Physik. Wer echte Erkenntnisse schaffen will, muss „falsifizieren“ !

Das heißt: Die eigene Meinung so lange zu hinterfragen, bis die Wahrheit übrig bleibt oder sich wenigstens Zweifel regen. „Verifizieren“ ist natürlich bedeutend angenehmer und bestärkt trügerisch die eigene Meinung. Wir wissen doch alle selbst, was uns so die Medien täglich verklickern.

Man sollte lieber fragen: Wer ist nicht von Elektrosmog betroffen? Und das ist die absolute Mehrheit! Jedenfalls bin ich überzeugt, dass die restliche, schützenswerte und bedauernswerte Minderheit den Elektrosmog weiterhin fühlen wird.

Wolfgang Reimann

Neubeuern

Leserbriefautor Bernhard Hanekamp hebt auf schulmeisterliche Art den Finger, um mir und Herrn Sax weiterbildende Literatur zur Fortbildung in Sachen Elektrosmog anzubieten. Die Fachpublikationen und alle weiteren Erkenntnisse, die er glaubt darbieten zu müssen, sind mir bekannt.

Widersprüchliche Schlagzeilen irritieren die Verbraucher: „Handys können Krebs auslösen“ oder „Krebs durch Handys nicht nachgewiesen“. Wie gefährlich sind also die Strahlenquellen in unserem Alltag? „Bislang ist es nicht gelungen, einen Zusammenhang herzustellen“, sagt Achim Neuhäuser vom BfS (Bundesamt für Strahlenschutz). Laut Forscherin Drießen gibt es mehr als 27 000 unterschiedliche Veröffentlichungen zu dem Thema.

Die Stärke des elektromagnetischen Feldes nimmt mit der Entfernung zum Gerät rapide ab. Daher, wie schon in meinem letzten Leserbrief hingewiesen, kann jeder selbst entscheiden, ob oder wie man das Mobiltelefon benützt. Deutlich weniger Strahlung bekommt derjenige ab, der mit einem „Headset“ telefoniert.

Auch die Stiftung Warentest hat das Thema aufgegriffen und verschiedene Experten zum Thema Handystrahlung und deren Folgen befragt. Die Ergebnisse aller Studien sowie offene Fragen wurden anschließend mit Experten erörtert. Die gute Nachricht: Diesen Ergebnissen zufolge müssen wir uns wegen eines weiteren Ausbaus des Mobilfunknetzes wohl keine Sorgen wegen zusätzlicher Belastung durch Mobilfunkstrahlung machen.

Fazit aus allen diesen Publikationen: So lange sich die Wissenschaft und sogenannte Fachexperten nicht einig sind, kann sich jeder selbst seine Meinung bilden und sich als Mobilfunkgegner die für seine Ansicht gültigen Fachpublikationen selber in seinem Gehirn verankern.

Günther Betzl

Schwabering

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