Einkaufserlebnisse in Corona-Zeiten

Zur Berichterstattung über die Corona-Krise und zu Leserbriefen:

Um 7.50 Uhr befinde ich mich bei einem Discounter, um Lebensmittel zu kaufen. Im Regen steht wartend eine Schlange von rund 20 Personen. Als sich die Türen öffnen, verlasse ich mein Auto, um einzukaufen. Ich traue meinen Augen nicht! Die vor kurzem vorbildlich mit Masken ausstaffiert und auf Abstand konzentrierten Personen befinden sich fast alle im dichten Gedränge, ausnahmsweise nicht beim Toilettenpapier, sondern bei einem riesigen Berg von preisgünstigen Gartenmöbeln. Haben die alle den Verstand verloren? Eine Verkäuferin schreit ergebnislos: „Halten Sie Abstand, halten Sie Abstand“ Die Leute balgen sich dicht an dicht, um die unter Gedränge und Geschubse anscheinend lebenswichtigen Gartenmöbel, zerren an den Paketen, teilweise die Kunden untereinander. Nachdem weitere Kunden die Filiale betreten und diese anscheinend das gleiche Ziel haben, werde ich unfreiwillig in das Knäuel Menschen gedrängt. Nur mit Mühe kann ich den Rückwärtsgang einlegen. Eine Frau beobachtet am Rande das Geschehen und sagt kopfschüttelnd zu mir „die sind wie die Geier“. Ich verlasse möglichst rasch wieder die Filiale. Auch wenn die besagten Kunden mit Schuld waren, so muss dieser Einkaufsmarkt mit einem erforderlichen Sicherheitspersonal das verhindern. Seit Wochen weiß ein jeder, dass Corona ansteckend und lebensgefährlich sein kann. Jeder weiß, dass die Maskenpflicht nur ein zusätzlicher Schutz ist und der Mindestabstand von 1,50 Meter ebenfalls Pflicht ist. Eine Unterschreitung ist sogar strafbar. Seit Tagen weiß ein jeder, dass die schrittweise Öffnung der Geschäfte nur ein Probelauf ist und bei nicht mehr vertretbarem Anstieg der Infizierten das alles wieder retourgefahren wird. Seit Wochen wissen Geschäfte, dass durch sie nicht eingehaltene Sicherheitsregeln strafbar sind.

Reinhard Sick

Kolbermoor

Ist es logisch, beim Kauf nur einer OVB-Heimatzeitung ohne jegliche andere Berührungen, nicht an der Kasse ohne einen Einkaufwagen abgefertigt zu werden? Der Kunde wird genötigt, einen Wagen ohne vorherige Desinfektion zu nehmen. Wie viele mit oder ohne den Virus haben den ohne Handschuhe schon geschoben? Gibt es demnächst beim Einkauf eine Handschuh-Pflicht? Im Übrigen wurde die Maskenpflicht und der Sicherheitsabstand eingehalten.

Franz Heigl

Kolbermoor

Ich glaube nicht, dass man für die Kontrolle zur Einhaltung der Hygieneregeln eine besondere Schulbildung oder hervorragende Sprachkenntnisse braucht, wie Leserbriefschreiber Christian Schmoeckel meint. Eine diesbezügliche Einweisung haben mit Sicherheit alle bekommen. Eine gute Beobachtungsgabe und ein Aufmerksammachen auf Händedesinfektion, Abstand einhalten und Mundschutz tragen ist alles, was man dafür braucht. Das geht sogar mit Handzeichen. Man muss dafür nicht Medizin studiert haben und es sind mit Sicherheit auch Personen mit Bildung darunter. Selbst wenn nicht, gehören diese Leute zu uns und wir brauchen sie in allen möglichen Bereichen. Es gibt genügend gebildete Menschen, die kein Benehmen haben und ihren Job schlecht machen. Ich finde es unmöglich, dass diese Personengruppe so abgewertet wird. Sie arbeiten für uns und ich glaube, es ist ziemlich anstrengend und öde, sich stundenlang am Stück hinzustellen und aufzupassen, ob alles eingehalten wird. Noch dazu gibt es genügend Leute, die sich über alles Mögliche aufregen und ihren Unmut beim Sicherheitspersonal ablassen. Schlimm genug, das wir Personal brauchen, das darauf achtet, dass die Vorkehrungen eingehalten werden. Eigentlich sollte jeder Bürger so mündig sein, selber darauf zu achten. Sie sollten eigentlich mehr Anerkennung bekommen.

Brigitte Kaars

Bad Feilnbach

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