Zwei Lager in der Coronakrise: Lockern oder durchhalten? – Das sagen die OVB-Leser

Die Diskussionen um die Lockerungen beschäftigen nicht nur die Bundesregierung und Kanzlerin Angela Merkel, sondern auch unsere Leser. KARRIKATUR: BENGEN
+
Die Diskussionen um die Lockerungen beschäftigen nicht nur die Bundesregierung und Kanzlerin Angela Merkel, sondern auch unsere Leser.

Das sagen Leser der OVB Heimatzeitungen zur Berichterstattung über das Coronavirus und seine Folgen. 

+++ Ihre Meinung zählt! Wir freuen uns, wenn auch Sie uns einen Leserbrief schreiben.

+++

"Wir sollten alle dankbar sein"

Unser aller Leben hat sich durch diese Pandemie verändert. In vielen Leserbriefen ist Wut und Aggressivität spürbar und auch Unverständnis für alle von den Politikern beschlossenen Maßnahmen. „Übertrieben, ohne Not, unfähige Politiker, Freiheitsberaubung“ sind der Tenor vieler Aussagen. Auch wenn ich mir die Situation anders wünschen würde, bin ich froh und dankbar für unsere Politiker, die Entscheidungen treffen müssen und das auch mit Augenmaß tun. Kein Mensch kann vorhersagen, wie sich alles weiterentwickelt – auch wenn viele zu glauben wissen, dass alles nicht so schlimm ist. Wir sollten alle dankbar sein in einem Land leben zu dürfen, in dem alles in geordneten Bahnen läuft. Unsere Demokratie funktioniert. Viele Menschen müssen sich jetzt für eine Weile von Annehmlichkeiten verabschieden, die sich ein Großteil der Weltbevölkerung überhaupt nicht leisten kann.

Vielleicht sollten wir einmal an die Menschen denken, die seit Jahren in Flüchtlingslagern auf engstem Raum zusammengepfercht leben müssen und keine Zukunftsperspektive haben, weil niemand sie will. Denken wir an die Menschen, die wegen ihres Glaubens oder ihrer Meinungsäußerung verfolgt werden. Können wir jetzt wenigstens ein bisschen mitfühlen wie das ist, wenn man nicht mehr alles tun darf, was man will? Was wirklich wichtig ist in unserem Leben, können wir jetzt erkennen. Die Beziehung und Gemeinschaft untereinander, gegenseitige Hilfsbereitschaft, Dankbarkeit und vor allem Gebet, denn wir leben in einem von christlichen Werten geprägten Land. Meine Hoffnung ist, dass sich viele Menschen wieder diesem Gott zuwenden, der uns in Jesus Christus als Gott, der Mensch wurde, begegnet. Ostern hat uns auch dieses Jahr wieder daran erinnert, dass er für uns da ist!

Max Schmid

Kolbermoor

In den Rachen der Giganten

Große Handelsketten wollen die Mietzahlungen von ihren Filialen aussetzen, während viele von den kleinen Unternehmern sich bemühen, mit ihren Verpächtern passende Lösungen zu finden, sodass am Ende der Krise beide Parteien zumindest mit nur einem blauen Auge davonkommen. So ganz nachvollziehbar ist mir dieser Schritt nicht. Es handelt sich hier um Giganten mit Rekordumsätzen, welche schon seit Jahren im Online-Handel etabliert sind und welche die Menschen auch damit in Verbindung bringen.

Lesen Sie hier:  WHO lobt plötzlich den Corona-Sonderweg: „Können möglicherweise von Schweden lernen“

Natürlich haben auch sie Umsatzeinbußen durch die Schließung ihrer Filialen, aber der Online-Handel läuft, stärker als jemals zuvor. Liebe Leute, wenn ihr schon Solidarität zeigen wollt, dann schaut doch bitte mal in eurer nähern Umgebung nach, wer Online-Handel bietet (einige kleine Unternehmen bieten das jetzt an, um wenigstens den Hauch einer Chance zu haben) und kauft dort ein, bevor ihr eure Euros in den Rachen der Giganten stopft, nur weil man es so seit vielen Jahren gewohnt ist. Und apropos einkaufen: Wenn wir diese Krise überstanden haben, dann sollte doch jeder für sich persönlich überlegen, wie viel „Made in China“ er in Zukunft noch in seiner Einkaufstasche braucht. Nein, den Virus nehme ich China nicht übel, so etwas kann an jeder Ecke dieser Welt ausbrechen. Was ich China allerdings übel nehme, ist die Tatsache, dass man erst gerufen hat, als das Kind bereits in den Brunnen gefallen war.

Angelika Völkl

Bad Aibling

"Wie lange lassen wir es uns noch gefallen?"

Um es gleich vorweg zu nehmen: Es geht hier weder darum, die Existenz von Covid-19 und die Gefährlichkeit von Covid-19 für manche Menschen infrage zu stellen, noch um irgendwelche Verschwörungstheorien. Aber: Wann hinterfragen wir die immense Verbreitung von Angst und Hysterie mit all ihren Folgen? Wann wehren wir uns gegen das Aushebeln unserer Grundrechte, die zentralsten Rechte überhaupt, die immer zu gelten haben, auch in Krisensituationen? Wann erheben wir Einspruch gegen die Gesetzesänderungen der Regierung, insbesondere von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, die weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit beschlossen wurden und zutiefst in zentrale Grundrechte unserer Demokratie eingreifen? Wann wehren wir uns gegen die (medizinisch) absolut schwachsinnige Maskenpflicht? Wie lange schauen wir noch zu, wie Menschen in Altenheimen vereinsamen und ohne Begleitung ihrer Angehörigen sterben? Wie lange lassen wir uns noch von Zahlen verrückt machen, wie den PCR-Tests, die nicht mal das Virus selbst nachweisen? Wie lange lassen wir es uns noch gefallen, dass unsere Kinder in der Öffentlichkeit geächtet werden und sozial isoliert leben müssen? Wann erheben wir Einspruch gegen die geplante Corona-App, mit der ein Überwachungsstaat vorprogrammiert ist? Wann steht endlich die Kirche auf, um sich gegen die völlig unverhältnismäßig ausgesprochenen Gottesdienstverbote zu wehren?

Ferdinand Karg

Bad Feilnbach

"Kampf des Immunsystems auf Leben und Tod"

Es ist sehr begrüßenswert, dass ein Großteil der Geschäfte wieder öffnen darf und die Inhaber somit eine Chance erhalten, nach mehreren Wochen wieder Einnahmen zu generieren. Ich bin überzeugt, deren Maßnahmen zur Einhaltung der Abstands- und Sicherheitsregeln werden sehr akkurat ausfallen. Ein Kassandra-Ruf lässt sich dennoch nicht vermeiden. Denn es ist zu befürchten, dass nicht die Geschäfte, sondern die Fußgängerzonen derart überfüllt sein werden, als wären die Ausgangsbeschränkungen bereits aufgehoben. Viele, denen die Wohnungsdecke allmählich auf den Kopf fällt, werden die Gelegenheit nutzen, einfach nur zu schauen statt zu kaufen.

Eine Öffnung und eine Rückkehr zur Normalität ist nur in vorsichtigen kleinen Schritten möglich. Ich hege großen Respekt vor den Bürgern aus Österreich, Italien oder Spanien, die die im Vergleich zu Deutschland weitaus rigoroseren Freiheitseinschränkungen mit bewundernswerter Geduld hingenommen haben. In kaum einem anderen Land als Deutschland hat man die lebensbedrohliche Krise umgehend dazu benutzt, um Corona-Partys zu organisieren. Hierzulande scheint einigen nicht ausreichend bewusst zu sein, dass mit einer Infizierung mit Covid-19 ein Kampf des Immunsystems gegen den Erreger auf Leben und Tod beginnt. In der Krise scheinen auch die für Deutschland regelmäßig schlechten Resultate der Pisa-Studien ihren Niederschlag zu finden. Denn so manche haben offensichtlich Schwierigkeiten damit, Längeneinheiten zu schätzen. Zur Veranschaulichung, der Mindestabstands von 1,50 Meter ist ungefähr soviel wie 22 nebeneinander aufgereihte Handys. Bei dieser Pandemie gilt leider, dass ein „fauler Apfel“, der meint, die Allgemeinverfügungen gelten nicht für ihn, hundert gesunde andere ansteckt.

Alfred Kastner

Weiden

"Für dumm verkaufen lasse ich mich nicht gern"

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Merkel, sehr geehrter Herr Ministerpräsident Söder, ich versteh‘ ja, dass Sie sich wegen unsres stark gärenden Lockerungsdrangs ärgern, doch als Ihr mündiger Mitbürger habe ich mich mal ein wenig „schlau gemacht“: Laut Ihrem Statistischen Bundesamt starben/sterben in Deutschland ständig täglich circa 2600 Menschen, davon etwa 1100 an Kreislauf-/ Atemweg-Erkrankungen – wohlgemerkt, jeden Tag, und das medial fast „geräuschlos“! Sie würgen nun abrupt unser ganzes Land ab, wirtschaftlich und gesellschaftlich, machen uns „gesichtlos“ und Angst, belegen am Ostermorgen gar den Auferstandenen Herrn mit „Kontaktsperre“, und warum? Weil unter diesen Alltagstoten (5700/3 Monate.) circa 60 Menschen täglich – angeblich ausschließlich! – an einer völlig neuartigen Lungenentzündung gestorben sind! Mag ja sein, dass das Virus hoch infektiös ist, doch „infiziert“ heißt nicht verseucht und erkrankt ist eben nicht gleich tot! Immerhin gibt’s inzwischen Hunderttausende Genesende, aber eben nur im „Kleingedruckten“! Bei aller Anteilnahme und Pietät gegenüber jedem Betroffenen: Man berichtet zwar sensationell über jeden einzelnen Infizierten/Verstorbenen, aber keine statistische Vergleichszahl, geschweige deren Alter und Zustand! (Nebenbei: Auch der Rummel um China wirkt durchgerechnet geradezu lächerlich: Bei 1 400 000 000 Einwohnern circa 4600 Tote in fünf Monaten! Zum Vergleich: Das letzte große Erdbeben dort forderte über 70 000 Tote und sechs Millionen Obdachlose. Wen kümmerte es?) Da „riecht“ was! Wessen Lobby werkelt da? Hoffentlich erlebe ich noch den Tag, an dem die Hintergründe ans Licht kommen. Bei Hausarrest und Maskerade spiele ich vernünftigerweise gerade noch mit, doch für dumm verkaufen lasse ich mich nicht gern.

Berndt Schönwald

Ramerberg


"Das Finanzamt sollte Rückgrat zeigen"

Ausgerechnet die fünf Luxus-Marktführer des Einzelhandels in München fordern nun jede Menge Subventionen vom Staat, nur weil sie ein paar Wochen lang Umsatzeinbußen wegen der Corona-Epidemie haben! Dass diese schwerreichen Firmen (Hirmer, Sport-Schuster, Bettenried, Kustermann, Hugendubel) viele Jahrzehnte protzige Gewinne eingefahren hatten und in ihren Steuererklärungen viele Millionen Ausgaben als steuermindernd geltend machen konnten, das alles zählt jetzt nicht mehr! Das Finanzamt sollte Rückgrat zeigen und den forschen Bittstellern schreiben, dass sie auf hohem Niveau unberechtigt jammern und erst einmal ihre enormen Millionen-Gewinne abschmelzen müssen. Schon mal was von Unternehmer-Risiko gehört?! Bei Euren Spitzenpreisen wart Ihr ja auch nicht zimperlich!!

Gerda Wojtech

Waldkraiburg

Kommentare