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Ein seltsamer Feiertag

Die Diskussion um Sinn und Unsinn des Buß- und Bettages in Bayern geht weiter.
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Die Diskussion um Sinn und Unsinn des Buß- und Bettages in Bayern geht weiter.

Zum Beitrag „Bayerns seltsamster Feiertag“ (Bayernteil):

Bei der Lektüre des Artikels über Bayerns seltsamsten Feiertag habe ich mit Interesse zur Kenntnis genommen, dass der protestantische Bußtag schon auf das Jahr 1532 zurückgeht. Das war mir neu.

Auf der anderen Seite vermisse ich in dem Artikel einen Hinweis darauf, dass der Bußtag neuerer Zeit eine Folge der deutschen Revolution 1848/1849 ist. Der damalige preußische König Friedrich-Wilhelm IV. fühlte sich als Herrscher von Gottes Gnaden und sah daher die revolutionäre Infragestellung seiner Herrschaft als eine Art von Gotteslästerung an, als eine Aufkündigung des religiösen Gehorsams. Deshalb führte er als Oberhaupt der Landeskirche nach der Revolution quasi zur Disziplinierung der Preußen den Buß- und Bettag ein, um seine ungehorsamen, religiös unzuverlässigen Untertanen zu Reue und Umkehr zu bewegen.

Dieser Feiertag wurde später auf das neu gegründete Deutsche Reich übertragen. Insofern beruht der heutige Buß- und Bettag auf reaktionärem monarchistischen Denken und steht unserem modernen demokratischen Deutschland schlecht zu Gesicht.

Auch deshalb war seine Abschaffung 1995 längst überfällig. Nur Bayern hält noch an diesem „alten Zopf“ fest.

Ulrich Kretzschmar

Prien

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