Ein deutscher oder türkischer Täter?

Zur Berichterstattung über den „Bombenleger von Waldkraiburg“ (Bayern- und Regionalteil):

Über den „Bombenleger“ von Waldkraiburg wurde in den letzten Monaten immer wieder berichtet. Zum Prozessauftakt vor dem Oberlandesgericht sind die Medien wieder verstärkt auf den Attentäter fokussiert. Dabei ist eine merkwürdige Metamorphose zu beobachten: Der Täter wird immer deutscher! Schon bevor der Verbrecher gefasst wurde, ging man davon aus, dass es sich um einen Deutschen handelt.

Entsprechende öffentliche Aktionen von diversen Gruppen und Mandatsträgern waren die natürliche Folge. Nachdem durch den Mut und die Aufmerksamkeit einer Bahnmitarbeiterin der „Deutsche“ aus Garching beziehungsweise Altötting gefasst wurde, war es vorbei mit Mahnwachen oder Lichterketten. Es wurde bekannt, dass Muharrem D. türkische Eltern hat. Inzwischen – eine weitere Verwandlung – hat er kurdische Eltern. Dagegen kann bei den potenziellen Opfern nicht oft genug wiederholt werden, dass es sich (überwiegend) um „Türken“ handelt. Übrigens: Die mutige Bahnschaffnerin sollte für den XY-Preis – mit entsprechender Dotierung – vorgesehen werden.

Gerhard Mania

Neumarkt-St.Veit

Wie verlogen über die Brandanschläge in Waldkraiburg berichtet wird, dafür gab der BR in den 8-Uhr-Nachrichten ein gutes – besser ein schlechtes – Beispiel. Auf türkische Geschäfte/Bürger seien durch einen 26-jährigen Brandanschläge verübt worden. Dass der Täter ebenfalls Türke ist, das wurde verschwiegen. Welchen Eindruck man damit erwecken will, ist nicht schwer zu erraten.

Leider geht unsere Heimatzeitung ähnlich vor. Der potenzielle Mörder, Muharrem D., wird als deutscher Staatsbürger mit türkischer Herkunft bezeichnet. In früheren Berichten wurde er auch schon als Garchinger oder als Altöttinger vorgestellt. Man konnte auch lesen, dass er ein Deutscher mit türkischen Eltern sei. Inzwischen ist er kurdisch-türkischer Herkunft.

Welche Blüten das Bemühen, den Täter möglichst deutsch erscheinen zu lassen treibt, dafür ist der Bericht in dieser Zeitung am 22. Dezember ein gutes Beispiel: 16-mal wird das Wort Türke oder türkisch im Zusammenhang mit den Opfern zelebriert. Beim Täter wird herausgestellt, er sei Deutscher. Ist Waldkraiburg eine türkische Stadt bzw. hat keines der Opfer die deutsche Staatsbürgerschaft? Aus den Artikeln über die Anschläge in Waldkraiburg kann man auch herauslesen, dass die Integra tion der Kurden – trotz türkischer Staatsbürgerschaft – auch nach Jahrhunderten noch nicht gelungen ist. Schafft das Deutschland mit den Türken und anderen Nationen in wenigen Jahrzehnten?

Rupert Obergrußberger

Neumarkt-St. Veit

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