Ein echter „Eye Opener“

Zum Bericht „Krimi um einen ausgebrannten Tesla“ (Bayern- und Regionalteil):

Der Bericht ist ein echter „Eye Opener“. Einerseits ist es beunruhigend, andererseits auch ein Ärgernis, dass die „quälende Entsorgung eines ausgebrannten Elektroautos“ jetzt erst öffentliche Aufmerksamkeit erreicht. Ärgerlich vor allem deshalb, weil die warnenden Stimmen vergangener Jahre von den Medien entweder ignoriert oder verharmlost worden sind. Viel zu spät wird endlich begonnen, das Thema Entsorgung der Elektroautos und das hohe Brandrisiko der Lithiumionen-Batterien mit allen Konsequenzen zu beleuchten. Entlarvend ist die Aussage des österreichischen Professors für Abfallverwertungstechnik, Roland Pomberger, angesichts des geschilderten Tesla-Unfalls: „Es ist ein Präzedenzfall. Das Thema der Entsorgung von verunfallten Elektroautos, besonders der ausgebrannten, ist jetzt auf dem Tisch. Bislang haben sich die Unternehmen ja daran vorbeigeschwindelt. Wir wissen eigentlich nichts über solche E-Unfallautos.“ Wie bitte? Seit vielen Jahren fahren Tesla auf unseren Straßen, in Brandenburg soll eine riesige Tesla-Fabrik entstehen, und der Hersteller hat noch keine Crashtests vorgenommen? Was sagte denn der ADAC dazu, der fast jedes Automodell auf seine Crash-Sicherheit getestet hat? Vielleicht wird jetzt der öffentliche Hype um die Elektromobilität etwas heruntergefahren und die Probleme stärker ventiliert. Die Entsorgung und Wiederaufbereitung einer Lithiumionen-Batterie ist hochproblematisch, weil Lithium kaum aufbereitet werden kann und zu seiner Förderung in Dritte-Welt-Ländern riesige Wassermengen benötigt werden (herkömmliche Bleibatterien können zu 90 Prozent wiederverwendet werden). Daher auch der hohe Neupreis (im fünfstelligen Bereich) einer Lithiumbatterie.

Volkart Rothweiler

Bad Aibling

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