Drohnen für Bundeswehr

Zur Debatte um die Drohnenbewaffnung der Bundeswehr (Politikteil):

Inzwischen besitzen rund 80 Staaten dieser Erde bewaffnete Drohnen. Sie wurden auch schon gezielt eingesetzt. Die Vorteile dieser Distanz-Waffen aufzuzählen, erübrigt sich. Seit Menschengedenken werden Waffen – je nach technischem Wissensstand – erfunden und benützt, die den Angreifern, aber auch den Verteidigern, oftmals entscheidende Vorteile gebracht haben.

Zurzeit gibt es einen Streit in der Berliner Koalition darüber, ob auch die deutsche Bundeswehr das – gar nicht mehr so neue – Waffensystem nutzen sollte. Deutsche Soldaten sind seit Jahren weltweit zur Friedenssicherung im Einsatz. Befürworter der Drohnenbewaffnung sehen vor allem den Schutz der eigenen Soldaten. Sie müssen sich bei ihrer Mission nicht unmittelbarer körperlicher Gefahr aussetzen. Drohnengegner bei der SPD – und anderen linken Parteien – sehen eine geringere Hemmschwelle für deren Einsatz. Aus moralischen Gründen sollten wir – im Gegensatz zu den meisten relevanten Staaten dieser Erde – auf eine derartige Bewaffnung verzichten. Müssen wir beispielsweise unsere französischen EU-Nachbarn als moralisch heruntergekommen ansehen? Von Staaten, wie China oder den USA ganz zu schweigen. Wollen wir Märtyrer sein oder verlassen wir uns doch insgeheim auf unsere „skrupellosen“ Verbündeten?

Mit unserem moralischen Anspruch ist in absehbarer Zeit nicht mit einer Vertiefung der EU zu rechnen. Im Gegenteil: Die deutsche Arroganz – nicht nur im Bereich der Verteidigung – entfremdet uns die übrigen Mitglieder der EU immer mehr.

Rupert Obergrußberger

Neumarkt-St. Veit

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