Dreiste „Fake-News“

Zu den Leserbriefen von Ingeborg Völker-Stahl und Hugo Gollinger:

„Schlimmer geht’s nimmer“, möchte man zum Inhalt mancher Leserbriefe sagen. Denn laut Frau Völker-Stahl ist es unter Merkel in Deutschland so schlimm wie nie zuvor. Angesichts unserer Historie mit Nationalsozialismus und SED eine schon fast abartige Aussage. Zudem beschwert sie sich darüber, dass Milliarden an Ausländer und die sonstige Welt verteilt werden: Wenn man bedenkt, dass unser Wohlstand auch heute noch nicht zuletzt auf der Ausbeutung vor allem Afrikas beruht, ist das nur mehr als gerecht. Die unglaubliche Armut in Afrika und damit die Flüchtlingswelle geht durchaus auf unser aller Kappe! Ganz furchtbar ist auch, sich larmoyant darüber zu beschweren, dass man angeblich nicht mehr seine Meinung sagen dürfe. Was haben Sie denn in Ihrem Leserbrief gemacht, Frau Völker-Stahl? Da wir immer noch einen liberalen, pluralistischen Staat haben, ist es möglich, sich risikolos als armes Opfer und tapfere Widerstandskämpferin zu gerieren. Apropos Meinungsfreiheit und „Fake-News“, Herr Gollinger: Frau Petry hat auf die Frage, wie nach einer Grenzschließung und Errichtung eines Zauns mit Grenzverletzern umzugehen sei, geantwortet, der jeweilige Bundespolizist müsse den illegalen Grenzübertritt verhindern, notfalls auch mit der Waffe. Und so wurde es in der seriösen „Lügenpresse“ wie SZ, FAZ und ZEIT auch wiedergegeben. Übrigens ist Waffengebrauch eigentlich nur bei der Verhinderung schwerer Straftaten vorgesehen. Weiterhin behaupten Sie, beim Boateng-Zitat Gaulands handle es sich um „Fake-News“. Herr Gauland hat allerdings nach tagelangem Hin und Her in einer E-Mail an seine eigenen Parteifreunde und bei Anne Will den Inhalt des Boateng-Zitates bestätigt, es sei nur nicht zur Veröffentlichung bestimmt gewesen. Dass das Zitat eine „Fake-News“ ist, ist also eine besonders dreiste „Fake-News“.

Bernhard Schmidt Prutting

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