Drei Beispiele für Wahlarithmetik

Zum Thema Politikverdrossenheit (Politikteil/Leserbriefe):

Beim Lesen der Leserbriefe fällt mir auf, dass viele Bürger mit der Politik und den Parteien unzufrieden sind. Ich frage mich daher, warum zu den Wahlen so wenig Wahlberechtigte gehen? Da hätte man die Möglichkeit, die Partei, von der man sich eine Lösung erhofft, zu wählen. Aber umgekehrt eine Partei, die man nicht will, nicht zu wählen. Der Einfachheit halber drei Beispiele für einen Wahlausgang mit nur 1000 Wahlberechtigten und nur drei (A,B,C) benannten Parteien und die anderen.

Beispiel 1: Alle 1000 Wahlberechtigten gehen zur Wahl: 400 wählen A, 200 wählen B, 100 wählen C; die anderen die restlichen Parteien. Wahlergebnis: Der Wähler hat gewählt: 40 Prozent A; 20 Prozent B; zehn Prozent C, 30 Prozent andere.

Beispiel 2: Es gehen nur 600 Wahlberechtigte zur Wahl: 300 wählen A; 150 wählen B; 100 wählen C; 50 wählen andere. Wahlergebnis: Der Wähler hat gewählt: 50 Prozent A, 25 Prozent B; zehn Prozent C; fünf Prozent andere.

Beispiel 3: Alle 1000 Wahlberechtigten gehen zur Wahl: 300 wählen A, 150 Wählen B, 100 wählen C, 50 wählen andere und 400 geben ungültige Stimmen ab. Wahlergebnis: 30 Prozent A, 15 Prozent B, zehn Prozent C; fünf Prozent andere; 40 Prozent ungültige Stimmen.

Das heißt, dass in Beispiel 3 40 Prozent der Wähler keiner Partei eine Regierung zutrauen. Aber in Beispiel 2 werden die fehlenden Wähler im Wahlergebnis unterschlagen.

Kaspar Murner

Breitbrunn

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